29.03.2012 10:12
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Munich-Re-Tochter Ergo blickt vorsichtig in die Zukunft

    DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der Versicherungskonzern Ergo blickt nach dem Katastrophenjahr 2011 mit Griechenland-Krise und Lustreise-Skandal mit gedämpften Erwartungen in die Zukunft. Die Beitragseinnahmen dürften nach dem Verkauf ihres Portugal-Geschäfts um sechs Prozent auf 19 Milliarden Euro zurückgehen, teilte die Tochter des weltgrößten Rückversicherers Munich Re am Donnerstag zur Bilanzvorlage in Düsseldorf mit. Für die verbliebenen Geschäftsteile entspricht dies praktisch einem Nullwachstum. Erst für 2013 peilt Ergo wieder eine moderate Steigerung an. Der Konzerngewinn soll im laufenden Jahr von zuletzt 349 Millionen auf rund 400 Millionen Euro klettern.

 

    Im vergangenen Jahr litt Ergo unter der griechischen Staatsschuldenkrise. Immense Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen konnte der Versicherer allerdings dank einer deutlich gesunkenen Steuerlast abfedern. Unter dem Strich ging der Gewinn um knapp zwei Prozent auf 349 Millionen Euro zurück. Die Beitragseinnahmen legten um knapp ein Prozent auf 20,3 Milliarden Euro zu.

 

    Der Skandal um eine Reise von Versicherungsvertretern nach Budapest aus dem Jahr 2007, die 2011 publik geworden war, hat das Geschäft laut Ergo-Chef Torsten Oletzky mit Sicherheit belastet. Die Ergo-Tochter HMI hatte für Vertreter einen Abend mit Prostituierten organisiert. Das Fehlverhalten sei "allen bei Ergo sehr peinlich", schreibt Oletzky nun im Geschäftsbericht. Der Skandal habe Ergo in Deutschland und darüber hinaus ins Gerede gebracht. Der Schaden lasse sich allerdings nicht vernünftig beziffern, hatte der Manager bereits Mitte März erklärt. Ein neu aufgelegter Verhaltenskodex soll verhindern, das so etwas noch einmal geschieht.

 

    Wie anderen Versicherern macht Ergo das anhaltende Zinstief an den Kapitalmärkten zu schaffen. Vor allem deutsche Staatsanleihen bringen nicht mehr genug Rendite, um damit auch nur die Garantiezinsen für die Lebensversicherungskunden zu erwirtschaften. Hier erwartet die Ergo-Führung nun etwas Entlastung. Wenn sich die Situation in der Eurozone zumindest teilweise entspanne, dürften die Zinsen für deutsche Staatspapiere steigen, schätzt der Vorstand. Auch von US-Staatsanleihen erwartet er sich wieder mehr Rendite./stw/zb

 

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