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11.08.2011 11:21

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Murdoch will an der Spitze von News Corp. bleiben

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    NEW YORK (dpa-AFX) - Der 80-jährige Medienmogul Rupert Murdoch will trotz wachsenden Drucks am Ruder seines von einem Abhörskandal erschütterten Konzerns News Corp. bleiben. Er selbst und der Verwaltungsrat seien dieser Meinung, sagte Murdoch am Mittwoch (Ortszeit) nach Vorlage aktueller Zahlen. Das Ende Juni abgeschlossene Geschäftsquartal spiegelte noch keine finanziellen Folgen der Abhöraffäre wider. Das kurz davor verkaufte Milliardengrab MySpace bescherte dem Medienriesen zum Abschied aber noch einen Gewinneinbruch.

 

    Die News Corp. ist in einen Abhörskandal in Großbritannien verwickelt, dessen Folgen noch nicht absehbar sind. Unter anderem schloss Murdoch das Boulevardblatt "News Of The World", nachdem bekanntgeworden war, dass dessen Journalisten massiv an illegalen Abhöraktionen beteiligt gewesen sein sollen.

 

    An der Affäre zerbrach auch das Gebot für den restlichen Anteil an dem bereits von der News Corp. kontrollierten Sender BSkyB. Beides könnte im laufenden Quartal auf die Zahlen drücken. So geht aus dem Quartalsbericht hervor, dass die News Corp. British Sky Broadcasting (BSKYB) (BOeWE SYSTEC)mit einer Vertragsstrafe von 63 Millionen Dollar für den Abbruch der Übernahmepläne entschädigen musste.

 

    Zuletzt wurden auch Firmenpatriarch Murdoch und sein Sohn James zunehmend unter Druck gesehen. Unter anderem muss James Murdoch demnächst schriftlich seine Aussagen bei einer Anhörung im britischen Parlament verteidigen, nachdem einige frühere Manager von Fehlern in den Behauptungen gesprochen hatten.

 

    Murdoch Senior wich in einer Telefonkonferenz der Frage aus, ob James als langjähriger Verwaltungsratschef der britischen Zeitungssparte zu sehr von dem Abhörskandal belastet sei, um noch die Konzernführung zu übernehmen. Er hoffe, dass der Job in absehbarer Zukunft nicht freiwerde, sagte der 80-Jährige. Er habe aber volles Vertrauen in seinen 38-jährigen Sohn.

 

    Rupert Murdoch war bei Vorlage der Quartalszahlen sichtlich um Schadensbegrenzung bemüht. Der Abhörskandal habe keine finanziellen Folgen für das restliche Geschäft der Gruppe gehabt, betonte er. Der Konzern sei derzeit außerordentlich stark. Die Dividende wurde um 27 Prozent angehoben, das Unternehmen will auch einen Aktienrückkauf starten. Die Aktie war im Abhörskandal nach unten gerauscht und mit diesen Schritten könnten einige Einbußen von Investoren abgefangen werden. Aktienrückkäufe stützen üblicherweise den Aktienkurs.

 

    Zur News Corp. gehören neben dem Zeitungsgeschäft mit Flaggschiffen wie der Londoner "Times" und dem Wirtschaftsblatt "Wall Street Journal" unter anderem auch das Hollywood-Studio 20th Century Fox und die Fernsehsenderkette Fox. In Deutschland kontrolliert die News Corp. den mit Problemen kämpfenden Bezahlsender Sky .

 

    Der Konzern verdiente im Schlussquartal des Ende Juni abgeschlossenen Geschäftsjahres mit 683 Millionen Dollar knapp 22 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Ein Hauptgrund waren Kosten von 254 Millionen Dollar, die auf den günstigen Verkauf des einst weltgrößten Online-Netzwerks MySpace zurückgehen. Murdoch hatte MySpace seinerzeit für 580 Millionen Dollar gekauft und danach noch viel Geld in die Weiterentwicklung gesteckt. Der Dienst konnte jedoch nicht mit dem heutigen Marktführer Facebook mithalten, brachte einen Verlust nach dem anderen und wurde schließlich für nur 35 Millionen Dollar verkauft.

 

    Der Quartalsumsatz stieg auf 8,96 Milliarden Dollar nach 8,11 Milliarden im Vorjahresquartal. Erlöse und Ergebnis fielen besser aus als am Markt erwartet, die Aktie erholte sich nachbörslich um 1,75 Prozent. Im regulären Handel hatte sie zuvor knapp 4,7 Prozent verloren. Wegen des Abhörskandals hatte das Papier in den vergangenen Wochen mehr als ein Fünftel seines Wert verloren.

 

    Das Kabel-TV-Geschäft verbuchte wieder einmal ein deutliches Geschäftsplus, während bei den Hollywood-Studios auf das gesamte Geschäftsjahr gesehen die aktuellen Filme nicht mit dem Erfolg des 3D-Hits "Avatar" mithalten konnten. Auch bei den Zeitungen lief es dank höherer Werbeeinnahmen besser./so/DP/edh

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