BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die am Bau der geplanten Gaspipeline Nabucco beteiligten Regierungen Österreichs, Ungarns, Rumäniens, Bulgariens und der Türkei werden voraussichtlich am 13. Juli in Ankara eine Regierungsvereinbarung unterzeichnen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag in Brüssel aus Diplomatenkreisen. Es gebe aber noch terminliche Unsicherheiten, hieß es. So sei unklar, ob EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso in die türkische Hauptstadt reisen könne, sollte er sich im gleichen Zeitraum im Europaparlament zur Wiederwahl stellen. EU-Beobachter halten diese Möglichkeit aber für gering.
Nabucco soll von 2013 an Gas vom Kaspischen Meer - vor allem Aserbaidschan, Kasachstan und Turkmenistan - bis nach Österreich transportieren. An dem in Wien ansässigen Industriekonsortium sind unter anderem der österreichische Versorger OMV <OMV.EAV> <OMV.FSE> und der Essener Energiekonzern RWE <RWE.ETR> beteiligt. Deutschland könne indes Beobachter nach Ankara schicken, hieß es.
Hinter dem Projekt stehen weiterhin viele Fragezeichen. Der Baubeginn wurde bereits von diesem auf kommendes Jahr verschoben. So steht Nabucco vor hohen finanziellen Hürden. Die EU unterstützt das bis zu 9 Milliarden Euro teure Projekt mit 250 Millionen Euro. Europa will mit Nabucco seine Abhängigkeit von Russlands Energiereserven zumindest teilweise mindern. Aber auch Russland bemüht sich intensiv um Verträge mit den Produzentenländern. Hauptproblem bleibt somit die Ungewissheit, wer die anfangs etwa 10 Milliarden Kubikmeter und langfristig 31 Milliarden Kubikmeter Gas jährlich liefern kann./dj/DP/zb