31.01.2013 12:33
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Britischen Banken droht weitere Milliardenstrafe

Nach Falschberatung
Britischen Großbanken steht eine weitere Milliarden-Rechnung wegen Falschberatung von kleinen und mittelständischen Unternehmen ins Haus.
Bei einer Stichprobenuntersuchung stellte sich heraus, dass Banken hochkomplexe und risikobehaftete Produkte ohne hinreichende Beratung an Laien verkauft hatten, wie die britische Bankenaufsicht FSA am Donnerstag mitteilte. Die Großbanken Barclays, HSBC, Lloyds und Royal Bank of Scotland (RBS) erklärten sich laut FSA bereit, Einzelfälle zu untersuchen und Entschädigung zu zahlen. Insgesamt könnten sich diese Schadenersatzzahlungen Medienberichten zufolge auf bis zu 1,5 Milliarden Pfund (1,6 Mrd Euro) anhäufen.

    Bei der Stichprobe waren 173 Fälle unter die Lupe genommen worden. Mehr als 90 Prozent der Verkäufe verstießen gegen mindestens eine Regel, einem Großteil der Kunden stehe Schadenersatz zu, hieß es von der FSA. Die Produkte waren beispielsweise als Sicherheit gegen steigende Zinsen verkauft worden - jedoch nach Ansicht der FSA an "kleine Unternehmen, bei denen es unwahrscheinlich war, dass sie die Risiken im Zusammenhang mit diesen Produkten verstehen" würden. Unter anderem waren "Bed and Breakfast"-Hotels oder Imbiss-Buden betroffen.

    In Deutschland gab es bereits Urteile wegen ähnlicher Zinswetten - die Deutsche Bank unterlag 2011 vor dem Bundesgerichtshof, sie musste Schadenersatz an einen Mittelständler zahlen.

    Großbritanniens Großbanken sind in den vergangenen Monaten immer wieder in Skandale verwickelt gewesen und mussten insgesamt bereits Milliarden für Strafen und Entschädigungszahlungen zurückstellen. Unter anderem waren Unregelmäßigkeiten beim Festlegen des Libor-Zinssatzes aufgeflogen, zu dem sich Banken gegenseitig Geld leihen. Auch waren beim Verkauf von Versicherungen und anderen Finanzprodukten Fehler aufgefallen.

LONDON (dpa-AFX)

Bildquellen: JuliusKielaitis / Shutterstock.com
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