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30.03.2012 14:12

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NACH GEWINNSPRUNG

Salzgitter bleibt mit Dividende hinter Erwartungen zurück

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Nach einem kräftigen Gewinnsprung im vergangenen Jahr erhöht der Stahlkonzern die Dividende nicht so stark wie erhofft. Die Ausschüttung steigt von 32 Cent auf 45 Cent je Aktie.

Damit steigt die Ausschüttungssumme um knapp 40 Prozent auf 27 Millionen Euro. Analysten hatten auf eine üppigere Dividende gehofft, nachdem im vergangenen Jahr der Überschuss von 30 auf 236 Millionen Euro gestiegen war. Beim Ausblick blieb der Konzern vorsichtig.

     Salzgitter hatte bereits zu Monatsbeginn Eckdaten für das vergangene Jahr genannt. Trotz roter Zahlen des Stahlsegments im Schlussquartal konnte die im MDAX (MDAX) notierte Gesellschaft ihren Vorsteuergewinn auf 201,6 Millionen Euro mehr als vervierfachen. Allerdings ist sie damit immer noch weit vom Vorkrisenniveau entfernt. 2007 hatte Salzgitter vor Steuern gut 1,3 Milliarden Euro verdient. Der Umsatz stieg 2011 um 19 Prozent auf 9,8 Milliarden Euro.

   Beim starken Zuwachs des Nettogewinns profitierte das Unternehmen auch von Steuereffekten. Durch eine Neuordnung der Konzernstruktur kann Salzgitter nun Gewinne und Verluste von Tochtergesellschaften stärker verrechnen. Die 25-prozentige Beteiligung am Kupferhersteller Aurubis bescherte Salzgitter einen Gewinnbeitrag von 74,2 Millionen Euro.

   Für das laufende Geschäftsjahr traut sich der Vorstand angesichts der Unsicherheiten über den weiteren Verlauf der Schuldenkrise in Europa und deren Auswirkungen auf die Konjunktur weiter keine detaillierte Ergebnisprognose zu. Sollte es aber zu keinem drastischen Wirtschaftseinbruch kommen, erwartet Salzgitter mindestens einen stabilen Umsatz sowie ein positives Ergebnis vor Steuern. Angesichts des Preisverfalls Ende 2011 und einer zwischenzeitlichen Auslastungslücke im Röhrensegment bezeichnet es das Unternehmen als Herausforderung, das Vorjahresergebnis zu erreichen.

   Die Unsicherheiten in der Wirtschaft machten der gesamten Stahlbranche seit dem Sommer zu schaffen. Viele Stahlverarbeiter und vor allem -händler hielten sich aus Angst vor einem Konjunktureinbruch mit Bestellungen zurück. Das drückte auf die Preise. Salzgitter drosselte im Herbst deshalb seine Produktion um rund zehn Prozent und folgte damit Konkurrenten wie ThyssenKrupp und ArcelorMittal:

     Im ersten Quartal rechnen die Niedersachsen zunächst mit weiteren Belastungen. Die seit Jahresbeginn wieder gestiegenen Preise sollen sich erst in den nächsten Quartalen bemerkbar machen. Die Frage ist nun, wie nachhaltig die derzeitige Erholung ist. Branchenkenner befürchten, dass sich wie im Vorjahr die Entwicklung im Laufe des Jahres wieder deutlich abschwächt. Vor diesem Hintergrund gibt es Zweifel, ob die Stahlhersteller ihre Preisvorstellungen wie geplant durchsetzen können.

    Für das Gesamtjahr rechnet Salzgitter im Stahlbereich mit einem "knapp positiven" Vorsteuerergebnis. Im Röhrengeschäft soll ebenfalls ein Gewinn herausspringen. In der Handelssparte erwartet der Vorstand bei stabilen Preisen erneut einen mittleren zweistelligen Millionengewinn. Die seit Jahren verlustreiche Technologiesparte mit dem Getränkeabfüllanlagenhersteller KHS soll dank des laufenden Sparprogramms eine deutlich besseres Ergebnis als 2011 erzielen, als sie einen Verlust von knapp 80 Millionen Euro schrieb.

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