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14.03.2011 17:17

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NACH HORROR-BEBEN

Börsen bleiben nach japanischer Naturkatastrophe unter Druck

RWE zu myNews hinzufügen Was ist das?



Die Börsen gehen nach dem Horror-Beben am Montag weltweit auf Talfahrt
Die Naturkatastrophe in Japan sowie die Unfälle in den Atomkraftwerken haben auch am Montag das weltweite Börsengeschehen maßgeblich beeinflusst.

    FRANKFURT/NEW YORK (dpa-AFX) - Die japanische Notenbank stellte den Banken eine Rekordsumme von 15 Billionen Yen (rund 130 Milliarden Euro) an kurzfristiger Notfall-Liquidität zur Verfügung. Die Lage im japanischen Kernkraftwerk Fukushima Eins spitzte sich indes weiter zu. Möglicherweise hat dort eine teilweise Kernschmelze im Reaktor 2 stattgefunden, wie die Betreiberfirma Tepco laut der Nachrichtenagentur Kyodo mitteilte. Ein erster Versuch, den Reaktor mit Meerwasser zu kühlen, war vor einigen Stunden fehlgeschlagen. Die Euro-Finanzminister kamen am Montag in Brüssel zusammen, um über die Konsequenzen der Ereignisse in Japan zu beraten, wie Teilnehmer berichteten.

 

    Wie schon am Freitag blieb eine Panik an den wichtigsten europäischen Börsen sowie einigen Schlüsselmärkten in Asien zum Wochenauftakt jedoch aus. Zwischenzeitlich schafften einige europäische Indizes am Montag sogar den Sprung ins Plus, bevor sie bis zuletzt dann doch noch etwas deutlicher ins Minus abrutschten. Analysten der US-Investmentbank Merrill Lynch erklärten die eher besonnene Reaktion der Anleger mit der weltwirtschaftlichen Bedeutung Japans. Das Land spiele heutzutage nicht mehr die zentrale Rolle wie noch im Jahr 1995, dem Jahr des Erdbebens in Kobe. Entsprechend hätten zwar andere asiatische Märkte nach der Katastrophe zunächst nachgegeben, sich aber relativ schnell wieder erholt.

 

VERSICHERER- UND VERSORGERWERTE UNTER DRUCK

 

    In Europa verbuchte der Dax (DAX) unter den führenden Indizes die größten Verluste. Vor allem die unsichere Lage um die beschädigten japanischen Kernkraftwerke und die damit einhergehende Diskussion um die Sicherheit der Kernkraft lasteten auf den schwer gewichteten Versorgerwerten Eon und RWE. Sie gaben auch europaweit überdurchschnittlich nach - ebenso die Versicherungstitel wie Munich Re (Muenchener Rueckversicherungs-Gesellschaft), Hannover Rück (Hannover Rueckversicherung) oder Swiss Re (Schweizerische Rueckversicherungs-Gesellschaft). Der deutsche Leitindex rutschte um 1,75 Prozent auf 6.859,46 Punkte ab.

 

    Nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's wird das Erdbeben in Japan die Versicherungsbranche schwer treffen. Die höchsten Belastungen hätten voraussichtlich die größten Rückversicherer der Welt zu tragen, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Studie. Der Eurostoxx 50 (EuroSTOXX 50) pendelte gegen Mittag noch um seinen Schlusskurs vom Freitag, gab bis zuletzt dann aber 1,17 Prozent auf 2.850,18 Punkte nach. Der Londoner FTSE 100 , der Cac 40 (CA) in Paris und der Schweizer Swiss-Market-Index (SMI) (SMI) fielen ebenfalls um rund ein Prozent zurück.

 

NIKKEI BRICHT EIN - ANDERE ASIATISCHE BÖRSEN IM PLUS

 

    Ähnlich starke Verluste gab es zum Wochenauftakt an der Wall Street, wo der US-Leitindex Dow Jones Industrial Average (DJIA) (Dow Jones) am Nachmittag mit einem Minus von 0,99 Prozent auf 11.925 Punkte in den Handel startete. Am Morgen noch hatten sich viele Börsen in Asien eher unbeeindruckt gezeigt. Der Nikkei-225-Index (Nikkei 225) erlebte in Tokio zwar den größten Kursrutsch seit Oktober 2008, die Börsen in China, Hongkong und Südkorea legten derweil aber zu. Laut Marktteilnehmern dürfte der Einfluss der Katastrophe auf den Aktienmarkt insgesamt auch eher begrenzt bleiben. Die Nachfrage nach Öl, Stahl und Zement werde wegen der anschließenden Aufbauarbeiten steigen.

 

    David Buik, Marktstratege bei BGC Partners in London, erklärte, er könne sich eine durchaus schnelle Erholung der japanischen Wirtschaft vorstellen. Voraussetzung dafür sei aber, dass es keine weiteren Erdbeben oder Tsunamis gebe und die Reaktoren des Atomkraftwerks in Fukushima bald wieder ans Netz gehen könnten. Sollte dies nicht der Fall sein, könnte das japanische Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr um bis zu 3 Prozent fallen, statt wie bislang erwartet um zwei Prozent zu steigen./rum/chs/tih/jsl

 

Bildquellen: Wolfgang Kriegbaum

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