Am Freitagabend stufte die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit des Unternehmens um eine Stufe herab und drohte mit weiteren Schritten. Die Einstufung liegt nun bei "A+" und "F1". Zudem wurden alle Ratings auf "Watch negative" gesetzt.
Angesichts der Spekulationsverlustes von zwei Milliarden US-Dollar, den die Bank am späten Donnerstagabend hatte einräumen müssen, stellten sich Fragen nach dem Risikoappetit und der Risikokontrolle der Bank sowie ihrem Management, hieß es in einer Stellungnahme von Fitch. Der Umfang der Verluste sei aber "beherrschbar."
MEDIEN: SEC UNTERSUCHT - SENATOR FORDERT ANHÖRUNG
Zuvor hatten bereits Medienberichte für Unruhe gesorgt, denen zufolge sich die amerikanische Börsenaufsicht SEC den Fall anschauen werden. Demnach interessiert die Aufseher, ob die Bank ihre Investoren rechtzeitig über den drohenden Milliardenverlust informiert hat. Die SEC selbst kommentierte die Berichte nicht. Auch die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) will sich Kreisen zufolge näher über den Fall informieren.
Auch aus der Politik droht der Bank Ungemach: Der republikanische Senator Bob Corker, Mitglied im Bankenausschuss, forderte in einem Brief an de Vorsitzenden des Gremiums, zu dem Thema eine Anhörhung anzusetzen. Im nachbörslichen Geschäft verloren Aktien von JPMorgan ChaseCo, die bereits bis zum Ende des Handels an der Wall Street gut neun Prozent an Wert eingebüßt hatten, ein weiteres knappes Prozent.
'STURM IM WASSERGLAS'
Bereits im April hatten US-Medien öffentlich gemacht, dass ein Londoner Händler von JPMorgan Chase derart große Geschäfte mit komplexen Finanzprodukten getätigt hat, dass der gesamte Markt dadurch verzerrt wurde. Bankchef Jamie Dimon hatte dies damals als "Sturm im Wasserglas" abgetan.
Unklar ist, wie weit die etwaige Untersuchungen der SEC gediehen sind. Nach Informationen des "Wall Street Journal" schaut sich die Aufsicht den Fall routinemäßig an. Dagegen meldete die "New York Times" unter Berufung auf eingeweihte Personen, dass in den vergangenen Tagen bereits förmliche Ermittlungen eingeleitet wurden.
NEW YORK (dpa-AFX)