WASHINGTON (dpa-AFX) - Nach der US-Ölkatastrophe im Golf von Mexiko müssen sich die beiden damals höchstrangigen
BP -Aufseher im kommenden Jahr wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten. Der Prozess gegen Robert Kaluza und Donald Vidrine solle am 4. Februar in New Orleans (Louisiana) beginnen, berichtete die Fachagentur Bloomberg am Donnerstag. Die beiden Männer sollen unter anderem für den Tod von 11 Menschen verantwortlich gemacht werden, die nach der Explosion auf der "Deepwater Horizon" vor zweieinhalb Jahren gestorben waren. Sie plädierten nach der offiziellen Anklageverlesung am Mittwoch auf "nicht schuldig".
Kaluza und Vidrine sollen laut Staatsanwaltschaft mehrere Hinweise ignoriert haben, dass es technische Probleme auf der Plattform des britischen Ölkonzerns gegeben habe. Der Unfall hatte zur schwersten Umweltkatastrophe in der US-Geschichte geführt: Etwa 4,9 Millionen Barrel (knapp 780 Millionen Liter) Rohöl liefen 87 Tage lang ungebremst ins Meer. Ganze Küstenabschnitte wurden verschmutzt. Am 15. November hatte sich BP zur Zahlung einer Strafe von 4,5 Milliarden Dollar (knapp 3,5 Milliarden Euro) an die US-Regierung bereiterklärt.
Bereits im Januar soll einem weiteren damals ranghohem BP-Manager der Prozess gemacht werden. Ihm wird angelastet, Informationen über den Unfall vor dem US-Kongress verheimlicht und Ermittler angelogen zu haben./mcm/DP/jha