Bis zum Jahr 2015 soll das laufende Sparprogramm "Score" das operative Ergebnis von zuletzt 524 Millionen auf 2,3 Milliarden Euro verbessern, wie Lufthansa-Chef Christoph Franz am Donnerstag in Frankfurt ankündigte. Bereits 2013 und 2014 sollen Umsatz und operativer Gewinn "moderat" steigen. Zugleich machte Europas größte Fluggesellschaft den Weg frei zum Kauf von gut hundert neuen Fliegern, darunter zwei Airbus A380. Das Flugangebot wächst in diesem Jahr aber kaum.
Die Deutsche Lufthansa-Aktie reagierte mit einem Kurssprung auf die Nachrichten. Im frühen Hande in Frankfurt sprang das Papier um 2,71 Prozent auf 15,910 Euro und war damit einer der größten Gewinner im DAX. Börsianer zeigten sich von den langfristigen Gewinnzielen positiv überrascht.
SPRITKOSTEN AUSGLEICHEN
Um den operativen Gewinn zu steigern, muss die Lufthansa zusätzlich zu den nach 2011 eingeleiteten Verbesserungen von 1,5 Milliarden Euro auch neu hinzukommende Belastungen wie steigende Spritkosten ausgleichen. Alleine in diesem Jahr soll das Programm "Score" dazu einen Ergebnisbeitrag von 740 Millionen Euro liefern. Im vergangenen Jahr waren es 618 Millionen Euro, rund doppelt so viel wie geplant. Dennoch ging der operative Gewinn zurück, vor allem weil die Treibstoffkosten um 1,1 Milliarden auf 7,4 Milliarden Euro kletterten.
In diesem Jahr soll der Sprit mit 7,2 Milliarden etwas weniger stark zu Buche schlagen. Außerdem soll das Passagiergeschäft von Lufthansa und ihren Töchtern Germanwings, Swiss und Austrian Airlines zusammen mit der Frachtsparte Lufthansa Cargo 2013 wieder mehr als die Hälfte des operativen Gewinns im Konzern erwirtschaften. 2012 lebte die Lufthansa überwiegend von den Gewinnen aus dem Wartungs- und IT-Geschäft sowie der Bordverpflegung der LSG Sky Chefs.
AUSNAHMEGEWINN 2012 NICHT ZU HALTEN
Unter dem Strich wird die Lufthansa ihren knappen Milliardengewinn von 2012 im laufenden Jahr dennoch kaum halten können. Zuletzt hatte der Verkauf von Anteilen am Reisebuchungsabwickler Amadeus den Überschuss auf 990 Millionen Euro nach oben getrieben. Der Buchgewinn aus dem Aktienverkauf belief sich alleine auf 623 Millionen Euro. Daher rechnet Franz in diesem Jahr mit weniger Überschuss als 2012.
Angesichts der geplanten Streichung von 3.500 Arbeitsplätzen kürzt die Lufthansa auch bei den Aktionären. Die Anteilseigner sollen für 2012 auf eine Dividende verzichten. Eine Milliardensumme will die Lufthansa stattdessen in neue Flugzeuge stecken. Der Aufsichtsrat gab grünes Licht zum Kauf von zwei weiteren doppelstöckigen Airbus A380, sechs Boeing 777 und 30 Mittelstreckenfliegern vom Typ A320.
Außerdem arbeitet die Lufthansa an einer Order für 70 Exemplare der spritsparenden Mittelstreckenjets A320neo und A321neo. Laut Listenpreisen kommen die Maschinen insgesamt auf einen Wert von neun Milliarden Euro. Allerdings sind bei Flugzeugbestellungen Rabatte im zweistelligen Prozentbereich üblich.
WACHSTUM NUR AUF DER LANGSTRECKE
Unterdessen baut der Konzern sein Flugangebot in diesem Jahr nur vorsichtig aus. Nachdem die Gesellschaft die Zahl ihrer Passagierflüge im Winter sogar reduziert hatte, will Franz das Angebot in diesem Jahr um ein Prozent ausweiten. Wachstum gibt es aber nur auf der Langstrecke - auf der Kurzstrecke wird weiter gekürzt. Ähnliches gilt für die wichtige Sommersaison.
FRANKFURT (dpa-AFX)
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