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07.04.2012 08:00

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€uro am Sonntag

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BGA-Chef: Wir erwarten keinen plötzlichen Totalkollaps



BGA-Chef: Wir erwarten keinen plötzlichen Totalkollaps
Der Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton F. Börner, sieht die Branche ungeachtet des Gegenwinds aus der Eurozone auf Kurs.

von Thomas Schmidtutz

Die deutschen Exporteure rechnen nach dem Rekordjahr 2011 auch für das laufende Jahr mit einem Zuwachs. Die Verunsicherung wegen der Schuldenkrise in Europa habe sich zwar gelegt, für eine Entwarnung sei es jedoch zu früh. Die Gefahr eines Überschwappens der Schuldenkrise auf die Realwirtschaft sei noch nicht gebannt.

€uro am Sonntag Herr Börner, die Auftragseingänge in der deutschen Industrie sind im Februar mit einem Zuwachs von 0,3 Prozent deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Grund dafür war das überraschend kräftige Minus von 3,2 Prozent in der Eurozone. Geht dem Export allmählich die Puste aus?
Anton F. Börner: Nein, so ist es nicht. Wir erwarten allerdings eine Normalisierung nach einem außergewöhnlich guten Jahr 2011. Insofern erwischt uns der Auftragsrückgang auch nicht kalt. Wie ist die Stimmung bei den Unternehmen denn derzeit? Die Stimmung ist nach wie vor durchweg positiv, wenn auch nicht mehr so euphorisch.

Das spiegelt das eingetrübte Umfeld wider. Die chinesische Regierung erwartet für 2012 nur noch ein Wachstum von 7,5 Prozent. In den Jahren davor war die chinesische Wirtschaft um knapp zehn Prozent gewachsen. Besorgt?
Keineswegs. China drohte zu überhitzen, insofern kommt eine leichte Abkühlung ganz gelegen. Zumal sich andere Regionen in Asien, sowie Süd- und Nordamerika, der Nahe Osten und auch Afrika derzeit gut entwickeln.

Neben China war im Vorjahr auch der Export nach Russland und Indien stark. Hat sich diese Entwicklung fortgesetzt?
Es ist noch sehr früh im Jahr, aber wir haben keine gegenteiligen Anzeichen.

Rund 40 Prozent der deutschen Exporte gehen in die Eurozone. Dort gab es zuletzt aber eine große Verunsicherung. Ist das Schlimmste mit der Ausweitung des EU-Rettungsschirms und dem unlängst verabschiedeten Rettungsschirm für Griechenland nun überstanden?
Wir erwarten zumindest derzeit keinen plötzlichen Totalkollaps. Aber was das eigentliche Problem betrifft, die gigantische Verschuldung und die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit einiger Staaten, stehen wir noch ganz am Anfang eines langen und steinigen Weges.

Sie haben im November vor der Gefahr eines Überschwappens der Schuldenkrise auf die Realwirtschaft gewarnt. Ist das auch das jetzt erst mal gebannt?
Dafür ist es derzeit noch zu früh. Unsicherheit ist immer schlecht für das Geschäft. Deshalb gilt es nun besonders, verloren gegangenes Vertrauen wieder herzustellen.

Seit Jahresanfang rückt der steigende Ölpreis in den Fokus. Wie gefährlich ist diese Entwicklung für die Weltwirtschaft und für die deutschen Exporte?
Auch hier gilt es zunächst einmal die weitere Entwicklung abzuwarten, ohne gleich Untergangsszenarien heraufzubeschwören. Aber klar ist, dass anhaltend hohe Energiekosten die Weltkonjunktur belasten. Für Deutschland wäre das bei dem hohen Grad seiner außenwirtschaftlichen Verflechtung keine schöne Aussicht.

Sie haben Ende November für 2012 ein Wachstum der Exporte von mindestens sechs Prozent vorhergesagt. Bleibt es dabei?
Wir gehen weiterhin von einem Wachstum aus. Die aktuelle Prognose stellen wir nach Ostern vor. Aber soweit ich das überblicken kann, sieht es gut aus.

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