19.06.2012 17:30
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KTG Agrar-Chef: Bei uns wird es keinen Facebook-Effekt geben

KTG Agrar-Chef: Bei uns wird es keinen Facebook-Effekt geben
Nachgehakt bei ...
Siegfried Hofreiter, Chef des börsennotierten Landwirtschaftsbetriebs KTG Agrar, bringt die Biogas-Sparte KTG Energie an die Börse. Trotz ungünstiger Vorzeichen.
€uro am Sonntag

Nach dem Facebook-Desaster sagten weltweit etliche Firmen ihre geplanten Börsengänge ab. Auch Osram und Evonik zogen ihr Initial Public Offering (IPO) zurück. Mit dem Biogasanlagenbetreiber KTG Energie wagt sich nun das erste deutsche Unternehmen in diesem Jahr aufs Parkett.

€uro am Sonntag: Herr Hofreiter, angesichts der Eurokrise und sinkender Aktienkurse kneifen selbst die Dickschiffe beim Börsengang. Warum nicht Sie?
Siegfried Hofreiter: Genau in dieser schwierigen Zeit sehen wir unsere Chance. Anfang Juni haben wir beispielsweise die Zinsen aus der 100-Millionen-Euro-­Anleihe der Muttergesellschaft KTG Agrar bezahlt — und prompt Hunderte von Dankesschreiben erhalten. Vor allem kam aber die Frage: Wo sollen wir das Geld jetzt anlegen? Allein aus dem Anlegerpool der KTG-Anleihe sehen wir eine große Nachfrage. Zudem wurden wir von Investoren gebeten, ein solches Produkt wie die KTG-Energie-Aktie zu schaffen. So haben wir schon feste Zusagen von Ankerinvestoren, Vermögensverwaltern oder Family-Offices, die zwischen einem Drittel und der Hälfte des Volumens abnehmen wollen.

Wie wollen Sie denn eine Enttäuschung der Aktienzeichner vermeiden?
Den Entschluss, die Aktie fix für 13,80 Euro anzubieten, haben wir vor einer ­Woche unter voller Berücksichtigung des Facebook-Effekts an den Börsen getätigt. Ursprünglich hatten wir eher an 15,30 Euro gedacht, uns dann aber in Gesprächen mit der Emissionsbank überzeugen lassen, dass wir mit der günstigeren Bewertung nicht nur einen für beide Seiten fairen Preis nehmen, sondern auch beim Start der Notierung einen positiven Effekt auf den Kurs erzielen werden.

Die Aktien anderer Biogasunternehmen sorgen nicht gerade für Begeisterung ...
... dabei handelt es sich um Anlagenbauer oder Projektierer. Die KTG Energie ist reiner Energieproduzent. Investoren suchen derzeit das einfache, planbare Geschäftsmodell, mit hohem Cashflow und Sicherheit durch die Abnahmegarantien aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Im Gegensatz zu den Zeichnern von Facebook setzen sie nicht auf rasche Kursgewinne. Die Aktie der KTG Energie bietet zwar auch die Chance auf ein Kursplus, doch wir sehen sie bei den angepeilten Dividendenausschüttungen eher als Rendite­papier. Man könnte auch sagen: Wir wollen mit unseren Aktionären alt werden.

Falls die Politik doch einmal die garantierte Einspeisevergütung zurückfährt — wie ist KTG Energie dann abgesichert?
In unserem Portfolio setzen wir ausschließlich auf Anlagen, die ihre Produktion zu zwei Dritteln ins Gasnetz einspeisen und erreichen dabei Vergütungen, die sich auch ohne die EEG-Garantien rechnen würden. Insofern hat das EEG aber seine Aufgabe mustergültig erfüllt, die technische Entwicklung im Biogas-Sektor so weit voranzutreiben.

Weshalb gerade jetzt die Abspaltung der Biogas-Sparte von KTG Agrar?
Nach dem kräftigen Wachstum der vergangenen Jahre haben uns Investoren leider als Gemischtwarenladen wahrgenommen. Der klassische Ackerlandinvestor versteht das deutsche EEG nicht und der EEG-Investor versteht Ackerland nicht. Mit dem IPO schaffen wir eine Win-Win-­Situation. KTG Energie wird auf ein eigenständiges Fundament gestellt, KTG Agrar hebt einen Teil der stillen Reserven — und beide wachsen eng verbunden weiter.

Quick-Check für KTG Energie

Festpreis je Aktie: 13,80 €
Zeichnungsfrist: 13. bis 26. Juni
Erster Handelstag: 29. Juni
Angebotene Aktien: 2.700.000
Umsatz 2011: 78 Mio. €
Ebit 2011 (Gew. v. Zinsen u. Steuern): 15 Mio. €
KGV 2013 (geschätzt): 14,2
Börsensegment: Entry Standard
ISIN: DE000A0HNG53

Fazit: Eine Wette auf funktionierende Anlagen sowie stabile Kosten und Gewinne. Nur für Mutige.

Bildquellen: Wolfgang Kriegbaum
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