21.12.2012 14:30
Bewerten
 (0)

Nachrichtenagentur dapd wird in übertragener Sanierung fortgeführt

    BERLIN (dpa-AFX) - Die Nachrichtenagentur dapd soll mit neuer Gesellschaftsstruktur auf dem Weg einer übertragenen Sanierung weitergeführt werden. Das teilte Insolvenzverwalter Christian Köhler-Ma am Freitag in Berlin mit, fast drei Monate nach dem überraschenden Insolvenzantrag für acht Gesellschaften der ehemaligen dapd-Gruppe.

 

    Dabei werde die Nachrichtenagentur als strukturell neues Unternehmen von einer Investorengruppe um den Medienmanager Ulrich Ende aus Teilen der insolventen Gesellschaften gegründet, erläuterte der Insolvenzverwalter der Kanzlei Leonhardt. Zu den weiteren Investoren äußerten sich Köhler-Ma und Ende am Freitag auf Nachfrage nicht, die Verträge würden erst in den kommenden Tagen unterzeichnet, hieß es. Insgesamt werde die Investorengruppe mehr als vier Millionen Euro neues Eigenkapital einbringen. Er sei zuversichtlich, die Nachrichtenagentur bis Ende Januar aus der Insolvenz zu führen, sagte der Insolvenzverwalter.

 

    Köhler-Ma ist inzwischen alleiniger Sachwalter der acht nun in Regelinsolvenz stehenden Gesellschaften, Ende wird nach eigenen Angaben Geschäftsführer in dem neugegründeten Unternehmen. Als dapd-Partner für internationale Meldungen sei die Nachrichtenagentur Dow Jones gewonnen worden, Einzelheiten der Vereinbarung würden allerdings noch verhandelt. Auch ein internationaler Bildpartner sei gefunden, werde aber erst im Januar bekanntgegeben. Die dapd hatte bislang einen Kooperationsvertrag mit der US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP), der jedoch Ende Januar ausläuft.

 

    Die dapd war aus der Nachrichtenagentur ddp und dem ehemaligen deutschen Dienst der AP hervorgegangen. Anfang Oktober hatten die dapd nachrichtenagentur GmbH und die dapd nachrichten GmbH sowie weitere sechs Gesellschaften der Gruppe Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet.

 

    Zum alleinigen Geschäftsführer der betroffenen Gesellschaften wurde Wolf von der Fecht bestellt, Partner der Düsseldorfer Sozietät Metzeler von der Fecht. Er gab die Leitung mit dem Wechsel der Gesellschaften in eine Regelinsolvenz nun ab. Unter seiner Leitung hatte die Nachrichtenagentur eine Umstrukturierung durchlaufen, bei der 98 der knapp 300 Mitarbeiter die insolventen Gesellschaften verlassen mussten./jus/DP/she

 

Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Bayer: Monsanto-Deal würde ein neues Burg­graben-Unter­nehmen ergeben!
Mit der Übernahme des US-Saatgutspezialisten Monsanto will Bayer im Agrarchemie-Geschäft den großen Wurf landen und zur weltweiten Nummer Eins aufsteigen. Der strategisch sinnvolle Megadeal ist allerdings mit großen Unsicherheiten behaftet. Lesen Sie in der neuen Ausgabe des Anleger­magazins, warum der Life-Science-Konzern dennoch einen näheren Blick wert ist.

Heute im Fokus

Nach Brexit-Entscheid: DAX geht mit kräftigem Abschlag ins Wochenende -- US-Börsen massiv im Minus -- Briten stimmen für EU-Ausstieg -- Staatsanwaltschaft durchsucht Zentrale von thyssenkrupp

Erneut Warnstreiks bei Amazon in Leipzig. Lufthansa Cargo verlangt von Mitarbeitern Gehaltsverzicht. Deutsche Post verliert Finanzvorstand Rosen. Aktiencrash hat offenbar fünf Billionen Dollar vernichtet. Brexit Step-by-step: So geht's für die Briten jetzt weiter.
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Der World Wealth Report 2016
Hier ist Leben preiswert!

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Welche Marke ist die teuerste?
Volatilität in Schwellenländern
Das haben die Dax-Vorstände 2015 verdient
Welches Land gewann am häufigsten die europäische Fußballkrone?
Welches Land schnitt bei den Weltmeisterschaften am besten ab?
mehr Top Rankings

Umfrage

Am Donnerstag, den 23. Juni blicken die Anleger mit Spannung auf das EU-Referendum der Briten. Welchen Ausgang erwarten Sie?