von Benjamin Summa
Kleine Firmen sind Spezialisten. Boomt die Wirtschaft, sind ihre Produkte gefragt – entsprechend gut performen dann die Aktien dieser Firmen. In Zeiten lahmender wirtschaftlicher Entwicklung rauschen die Nebenwerte aber aufgrund ihrer hohen Volatilität auch schnell ins Minus. Finanzen.net hat sich wieder die Gewinner der vergangenen Woche im Nebenwertesegment angeschaut. Lohnt sich ein Einstieg?
ADVA AG
Die Experten von "Die Actien-Börse" haben die Aktie des Spezialisten für optische Netzwerklösungen, ADVA AG Optical Networking, in ihre Favoritenliste aufgenommen. Ein jährliches Wachstum von 15 Prozent beim Umsatz und etwas stärker im Ergebnis seien anspruchsvolle Zielsetzungen. Bei einem Verschuldungsgrad von Null, einer Eigenkapitalquote von 46 Prozent und einer lediglich geringen Lohnquote von 34 Prozent sei die aktuelle Börsenkapitalisierung von 220 Millionen Euro für einen Umsatz von 270 Millionen Euro in diesem Jahr und wohl 310 Millionen Euro im nächsten Jahr ein unterer Wert, schreiben die Analysten.
Seit dem Frühjahr 2009 läuft’s für die Aktie wieder rund. Im Aufwärtstrend befreite sich der Kurs aus seinem Penny Stock-Dasein und legte seither um über 600 Prozent zu. Das diese Woche erreichte Niveau bei 5,69 Euro bildet zugleich das Jahreshoch. Nun könnte es für weitere Kurszuwächse erst einmal schwer werden, denn eine ganze Bastion von Widerständen liegt im Weg. Diese erstrecken sich zwischen 5,70 und 6,90 Euro. Daher ist kurzfristig von einer Konsolidierung auszugehen, die noch einmal bis in den Bereich bei 4,20 Euro laufen könnte. Übergeordnet bleibt jedoch das konstruktive Chartbild davon unberührt.
Borussia Dortmund
Die Aktie des Erstligisten Borussia Dortmund haussiert derzeit. Nach sechs Spielen stehen 15 Punkte auf dem Konto – Rang zwei in der Tabelle. Aber für allzu viel Euphorie ist es zu früh: Seit dem Börsengang am 31. Oktober 2000, der seinerzeit mit einem Ausgabekurs von 11 Euro startete, unterlag die Aktie einem Abwärtstrend. Dieser ließ den Kurs im Sommer vergangenen Jahres bis auf 0,81 Euro fallen. Seitdem sind zwar brauchbare Bodenbildungstendenzen sichtbar, die die Aktie am vergangenen Mittwoch bis auf 1,33 Euro katapultierten. Darüber könnte es für einen weiteren Anstieg aber eng werden, denn in der Region bei 1,40 Euro wartet bereits ein massiver Widerstand. Kann er bezwungen werden, so wäre der Weg bis auf rund 1,70 Euro frei.
Walgreen
Am Dienstag riss der Kurs der US-Drugstore-Kette Walgreen ein gewaltiges Gap nach oben und überwand gleichzeitig seine 200-Tage-Linie bei 32,82 Dollar. Hintergrund für dieses ordentliche Plus war die Verkündigung eines höheren Ergebnisses im vierten Geschäftsquartal aufgrund gestiegener Verkäufe von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln. Zwar ist in den kommenden Wochen und Monaten die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Kurs noch einmal zurückkommt und die noch klaffende Kurslücke zwischen 30,79 und 32,75 Dollar sich schließt, aktuell sollte sich die Notierung jedoch noch weiter gen Norden orientieren. Dabei bildet das Zwischenhoch von Mitte Mai bei 36,61 Dollar eine realistische Anlaufstelle.
Asian Bamboo
Fast überall auf der Welt versuchen Chinesen, Rohstoffe zusammenzukaufen, um die künftige Versorgung des Riesenreichs sicherzustellen. Der norwegische Staat dreht jetzt den Spieß um. Über die Zentralbank Norges Bank sicherten sich die Skandinavier drei Prozent an Asian Bamboo.
Ein Ritterschlag für den jungen deutschen Bambusproduzenten, der an der Börse ein Phänomen bleibt. Die Aktie ist immerhin mit dem zehnfachen 2009er-Jahrersumsatz bewertet – und trotzdem keineswegs zu teuer. Zum einen wächst der Umsatz durch die kontinuierliche Erweiterung der Anbauflächen so schnell wie die gezüchteten Moso-Bambusstämme. Zum anderen suchen die Margen ihresgleichen. Würde das Unternehmen so bilanzieren wie es Immobilien- und Beteiligungsgesellschaften gerne tun und die Wertsteigerungen der (meist allerdings nur gepachteten) Ländereien ins Ergebnis einrechnen, wäre der Gewinn höher als der Umsatz. Die Aktie von Asian Bamboo entwickelt sich seit Frühjahr vergangenen Jahres prächtig. So können sich ihre Anleger über rund 600 Prozent Wertzuwachs freuen. Auch wenn der Kurs aktuell eine Verschnaufpause eingelegt hat – dem übergeordneten Aufwärtstrend schadet dies nicht. Erst mit dem Unterschreiten der Marke bei zirka 29 Euro würde dieser wackeln. Doch davon ist der Kurs meilenweit entfernt. Aktuelle Notierung: 39,7 Euro.
Yingli Green Energy
Die Werte des Solarunternehmens Yingli sind am vergangenen Mittwoch auf ein neues 4-Monats-Hoch gestiegen. Das Unternehmen gab kürzlich bekannt, man plane die Produktionskapazität um mehr als das Vierfache zu erhöhen, um der starken Nachfrage aus Übersee beizukommen. Der Beschluss wurde Ende Juni gefasst, nachdem das Unternehmen für 2011 bereits Bestellungen mit einem Gesamtvolumen von 4 Gigawatt erhalten hatte. Seit Juni klettert die Aktie im Aufwärtstrend nach oben und startete in der vergangenen Woche einen erneuten Versuch, über den massiven Widerstand bei
etwa 10 Euro auszubrechen. Zwar misslang dies, doch kurzfristig könnte der
Titel noch einmal Anlauf nehmen. Im Erfolgsfall winkt weiteres
Anstiegspotential bis auf 12,80 Euro. Ein Scheitern würde die Aktie noch
einmal in Richtung der Unterstützung bei 8,60 Euro drücken. Aktuelle Notierung: 9,8 Euro.
Die derzeit am meisten gesuchten Werte auf finanzen.net sind Daimler, Deutsche Bank, Siemens und Apple.
Bildquellen: Julian Mezger