von Benjamin Summa
Die horrende Staatsverschuldung Griechenlands hatte die Aktienmärkte auch in der vergangenen Woche fest im Griff. Am Donnerstag reagierten die Märkte schockiert, nachdem bekannt geworden war, dass die Schulden der Helenen viel höher sind als bisher angenommen. Freitag setzte dann die Gegenbewegung an. Der Grund: Griechenland bat formell um Finanzhilfen des Internationales Währungsfonds (IWF) und der europäischen Partner in der EU.
Die Nebenwerte-Indizes konnten in den vergangenen fünf Börsentagen wieder besser punkten als DAX und Dow Jones. Der deutsche Hauptwerteindex legte im Wochenverlauf nur magere 0,1 Prozent zu. Besser schnitten MDAX (plus ein Prozent), TecDAX (plus ein Prozent) und SDAX (plus 0,93 Prozent) ab. Ach an der Wallstreet lag der Index der 500 größten börsennotierten US-Unternehmen S&P 500 mit einem Plus von 0,63 Prozent im Wochenverlauf klar vor seinem großen Bruder Dow Jones, der kam 0,4 Prozent voran.
Montag:
Am vergangenen Montag lösten die isländische Aschewolke sowie die Anklage der US-Börsenaufsicht SEC gegen Goldman Sachs die Finanzprobleme in Griechenland erst einmal als Top-Thema an der Börse ab. Aktien von Fluggesellschaften und Banken gerieten in einen Abwärtsstrudel. Die im S&P 500 notierten Aktien von Delta Airlines mussten den stärksten Rückschlag hinnehmen. Es ging 5,1 Prozent bergab. Die Geschäftsziele der Airline seien durch das Flugverbot gefährdet, schrieben Analysten. Nach einem neuen Jahreshoch bei 14,94 Dollar vom 12. April konsolidiert der Kurs der Fluggesellschaft. Langfristig sollte die Aktie aber Potential bis auf rund 19 Dollar haben, aktuellen notieren Delta Airlines bei knapp 13 Dollar.
Die zweite Aufreger-Aktie am Montag war Citigroup. Der Wert, der am 8. Juni 2009 aus dem Dow Jones flog und nun im S&P 500 notiert ist, legte über sieben Prozent zu. Der Hintergrund des Höhenflugs war der üppige Gewinnsprung im ersten Quartal. Die teilverstaatlichte US-Bank fuhr im Jahresviertel rund 4,4 Milliarden Dollar ein. Analysten hatten zuvor nur mit einer schwarzen Null gerechnet. Citigroup-Aktien klettern seit März immer neuen Bewegungshochs entgegen. Doch nun versperrt im Bereich bei fünf und 5,23 Dollar eine Widerstandszone den weiteren Durchmarsch. Citigroup war am Montag die am meisten gesuchte Aktie auf finanzen.net, Werte wie Daimler, Apple, Infineon, Deutsche Bank und Commerzbank lagen dahinter.

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Dienstag:
Eine Flut von positiven Unternehmenszahlen aus den USA untermauerte am Dienstag den Eindruck, die US-Wirtschaft nehme nachhaltig Fahrt auf. Besonders Aktien aus dem Energiesektor profitierten. Bei den Nebenwerten erfreute der Online-Reifenhändler Delticom (plus 4,4 Prozent) seine Aktionäre, Sixt musste hingegen einen satten Abschlag von 3,4 Prozent hinnehmen. Was sind die Hintergründe hierfür? Der Internet-Reifenhändler Delticom legte gute vorläufige Zahlen vor. Der Umsatz konnten binnen Jahresfrist um rund 45 Prozent gesteigert werden. Seit dem vergangenen Frühjahr steigt die Aktie kontinuierlich. In der abgelaufenen Handelswoche markierte das Papier ein Allzeithoch bei 38,38 Euro. Jetzt könnte eine Verschnaufpause eintreten, das Gesamtbild bleibt bei Delticom aber bullish.
Der Autoverleiher Sixt musste Federn lassen, weil einige Airlines am Dienstag wieder die ersten Flugzeuge haben starten lassen. Die Aktien hatten zuvor enorm von der Einschätzung profitiert, dass das Asche-Chaos gut für das Geschäft der Autovermieter sei.
Mittwoch:
Die Wallstreet präsentierte sich am vergangenen Mittwoch uneinheitlich. Zum einen herrschte beste Stimmung angesichts Hammerzahlen von Apple und Morgan Stanley, anderseits gerieten vor allem Pharmawerte in den Abwärtsstrudel. Der S&P 500-Wert Gilead Sciences verlor knapp zehn Prozent, nachdem der Biotech-Konzern seine Gesamtumsatzprognose fürs Geschäftsjahr gesenkt hatte. Gilead-Papiere kannten zwischen 1994 und 2008 nur eine Richtung: steil bergauf, von knapp 0,4 Dollar auf 57,63 Dollar. Danach folgten magerere Jahre, die Aktien entwickelten sich seitwärts.
Das US-Finanzinstitut Huntington Bancshares hingegen profitierte vom wirtschaftlichen Aufschwung, der sich natürlich positiv aufs Kreditgeschäft auswirkt. Die Bank verkündete das erste grüne Quartal seit 2008.
Donnerstag:
Donnerstag rückte das Griechenland-Problem wieder in den Fokus der Anleger. Die EU-Statistikbehörde Eurostat hatte vorgerechnet, dass die Haushaltslage viel schlimmer sei als bisher angenommen.
Ein US-Nebenwert sorgte für die größten Ausschläge. Der Flash-Datenspeicherhersteller SanDisk legte um über 12 Prozent zu – das Unternehmen hatte dank guter Geschäfte im Handybereich nach einem Verlust in 2008 wieder einen Nettogewinn von 234,7 Millionen Euro erreicht.
Freitag:
Die Börsianer haben am Freitag überall erleichtert auf den griechischen Antrag auf Nothilfe bei EU und IWF reagiert. Von Frankfurt bis New York profitierten die Börsen. Zwei US-Werte sorgten am letzten Handelstag der Woche für die deutlichsten Ausschläge. Der Festplattenhersteller Western Digital lag am Ende des Tages knapp zehn Prozent im Plus – das Unternehmen profitiert von einer gestiegenen Nachfrage nach Festplatten, der Hochschulbetreiber deVry musste einen Abschlag von 6,5 Prozent hinnehmen. Zuvor hatte das Unternehmen eine niedrigere Immatrikulationsquote an seinen medizinischen Fakultäten bekannt gegeben.
Vergangene Woche hatte das Bildungsunternehmen noch zu den Gewinnern gehört. DeVry profitierte von Zusagen der Obama-Administration, den Zugang zu Studentenhilfen (Kredite uä.) zu erleichtern. Die Aktie klettert seit Mai 2009 immer neuen Bewegungshochs entgegen. Dabei überwand sie jüngst ihr Allzeithoch von Januar 2009, das bei 64,69 Dollar lag.
Bildquellen: Julian Mezger