Die Woche fing für Aktionäre gut an. Die Berichtssaison brachte starken Rückenwind für die Kurse. Besonders
BMW,
Intel und
JP Morgan begeisterten. Mittelprächtige Konjunkturprognosen traten erst einmal in den Hintergrund. Zum Ende der Woche dominierte dann wieder die wachsende Sorgen über eine Eintrübung der Weltwirtschaft – Donnerstag und Freitag gingen die Indizes auf Talfahrt. Im Wochenverlauf kann der
DAX mit 1,2 Prozent nur wenig zulegen, auch
MDAX (0,47 Prozent) und
SDAX (minus 0,35 Prozent) enttäuschten.
Zu Beginn der Börsenwoche fiel der größte Papier- und Forstwirtschaftskonzern der Welt, Weyerhaeuser, mit einem Zuwachs von über acht Prozent auf. Analysten der UBS hatten das Papier zuvor von „neutral“ auf „buy“ hochgestuft. Das Verpackungsgeschäft des Unternehmens ist ein gutes Barometer für die Lage im Einzelhandelssektor. Weyerhaeuser erfreut seine Anleger zudem mit der Ankündigung einer Zusatzdividende.
Nach einem Jahreshoch bei 53,69 Dollar Ende April kam die Aktie massiv unter Druck. Erst die Unterstützungszone bei rund 34 Dollar konnte ein weiteres Abrutschen verhindern. Auf diesem Niveau griffen viele Anleger beherzt zu und katapultierten den Kurs wieder an die 40-Dollar-Marke. Zudem konnte auch die 38-Tage-Linie bei 39,10 Dollar zurückerobert werden, die nun als Support dient. Einen weiteren Kurszuwachs verspricht die Zurückeroberung der 200-Tage-Linie, die aktuell bei 41,84 Dollar liegt. Bei einem erfolgreichen Ausbruch winkt ein Kursziel bei 48 Dollar. Weyerhaeuser liegen derzeit bei 31,3 Dollar.
Viele Marktbeobachter sehen enormes Kurspotential bei China Yuchai International. Am vergangenen Dienstag legte der Wert über drei Prozent zu. Das Management des Autozulieferers hat angekündigt, das Wachstum in den kommenden Quartalen weiterhin voranzutreiben.
Der Kurs des Autozulieferers klettert seit Anfang 2009 im intakten Aufwärtstrend immer neuen Bewegungshochs entgegen, das Mitte Mai zu einem neuen Jahreshoch bei 17,00 Euro führte. Seitdem konsolidiert die Aktie in einer engen Seitwärtsrange zwischen rund 12,00 und 14,00 Euro. Ein Ausbruch über bzw. unter die genannten Marken wird daher die weitere Marschrichtung zeigen. Dabei überwiegt die Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch aufgrund der aktuellen Markttechnik eher zur Oberseite. Anleger sollten jedoch beachten, dass es sich hier um einen marktengen Titel handelt, das Handelsvolumen also sehr gering ist.
Am Mittwoch stand der deutsche Nebenwert CTS Eventim im Fokus. Der größte europäische Ticketvermarkter liefert sich derzeit einen heftigen Schlagabtausch mit dem US-Entertainment-Riesen Live Nation. Beide Unternehmen schlossen Ende 2007 einen 10-Jahresvertrag ab, wonach Live Nation in Nordamerika eine Lizenz für die CTS-Ticketsoftware erhält und CTS in einer Vielzahl europäischer Märkte das Ticketing für Live Nation übernimmt. Dieser Vertrag wurde kürzlich von Live Nation aufgekündigt. CTS kündigte daraufhin Schadenersatzforderungen in Millionenhöhe an. Die CTS-Anleger verschreckte dieser Zwist am Mittwoch. Das Papier gab über acht Prozent nach. Dennoch: CTS sind in den vergangenen Wochen bestens gelaufen. Mitte Juni hat der Wert ein neues Rekordhoch bei 42,04 Euro auf Tagesschlusskurs markiert. Derzeit notieren CTS bei knapp 38 Euro.
Am Donnerstag gehörten die Papiere des im SDAX notierten Maschinenbauers Elexis AG mit einem Kursplus von über sechs Prozent zu den größten Gewinnern. Das Bankhaus Lampe hatte zuvor eine Kaufempfehlung für den Titel bekräftigt und das Kursziel von 12,5 auf 14 Euro erhöht. Aktuell notieren Elexis bei rund 11 Euro. Lampe bezeichnet die Aktie als fundamental unterbewertet. Für 2011 wird ein KGV von 8,2 und eine Dividendenrendite von 4,5 Prozent berechnet.
Für die Elexis-Aktie ging es im Aufwärtstrend seit dem Frühjahr 2009 gen Norden. Gelingt nun noch der Ausbruch über das jüngste Verlaufshoch bei 11,19 Euro, so steht einem weiteren Anstieg bis in die Region bei rund 13,00 Euro nichts im Weg. Nach unten ist der Kurs bei 10,26 und 10,0 Euro mit horizontalen Unterstützungen bestens abgesichert. Dazu kommt außerdem die 200-Tage-Linie bei aktuell 9,67 Euro, die einen Kursverfall abfedern sollte.
Am vergangenen Donnerstag musste Mcafee, US-Hersteller von Antivirus- und Computersicherheitssoftware, Abschläge von 4,2 Prozent einstecken. Der Konkurrent Finjan will ua. gegen Mcafee wegen Patentverletzungen klagen. Finjan behauptet, dass zwei Patente schon seit ungefähr zehn Jahren in deren Besitz sei und die Konkurrenz diese unerlaubt nutze.
Nach einem Allzeithoch bei 66,25 Dollar in 1998 ging es für den einstigen Highflyer Mcafee erst einmal bergab. Nach einem nochmaligen Aufbäumen rutschte der Kurs dann Ende 2000 bis auf 4,13 Dollar in den Keller. Die Erholung ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Im Aufwärtstrend erreichte die Aktie im Oktober 2009 ein neues Mehrjahreshoch bei 45,54 Dollar, das mit einem Horizont von einem Jahr wieder zur Debatte stehen könnte. Denn hält die Unterstützung bei 30,30 Dollar, so lautet das erste Kursziel 35,40 Dollar. Darüber klafft eine gewaltige Kurslücke bis in den Bereich bei 38,67 Dollar. Kann sie geschlossen werden, so wartet bei etwa 42 Dollar die nächste Barriere.
Die am meisten nachgefragten Aktien auf finanzen.net sind derzeit BP, Daimler, Apple und Eon.
(ben)
Bildquellen: Wolfgang Kriegbaum