04.02.2013 07:46
Bewerten
 (0)

Streik vorerst abgewendet: E.ON und Gewerkschaften verhandeln wieder

Neue Gespräche angesetzt
In die festgefahrenen Gespräche zwischen dem Energiekonzern E.ON und den Gewerkschaften über mehr Lohn ist am Wochenende überraschend noch einmal Bewegung gekommen.
Nachdem beide Seiten am späten Freitag noch einmal Verhandlungen aufgenommen haben, verschoben die Gewerkschaften ver.di und IG BCE ihren für Montag geplanten unbefristeten Streik, um das neue Verhandlungsangebot zu prüfen. Bis zum 10. Februar ist ein unbefristeter Streik, der erste seit der Liberalisierung des Energiemarktes, vorerst vom Tisch.

   In einer kurzen Mitteilung der Gewerkschaft ver.di hieß es am Samstag, die hohe Zustimmung der E.ON-Beschäftigten für einen Streik habe noch am Freitagabend für Bewegung im Tarifkonflikt gesorgt. In der kommenden Woche wolle die Große Tarifkommission nun entscheiden, ob auf Basis der neuen Vorschläge weiter verhandelt werden könne. Über die Inhalte der neuen Vorschläge wurde Stillschweigen vereinbart.

   "Die zentrale Arbeitskampfleitung von ver.di hat aus diesem Grund beschlossen, den Arbeitskampf bis Sonntag, 10. Februar, 24 Uhr auszusetzen," so ver.di in der Mitteilung.

   E.ON-Personalvorstand Regine Stachelhaus gab sich optimistisch. "Ich sehe uns auf einem guten Weg und halte eine kurzfristige Einigung nunmehr für möglich. Außerdem begrüße ich ausdrücklich, dass ein Streik zumindest vorerst verhindert werden konnte."

   In einer Urabstimmung über den Arbeitskampf hatten die Gewerkschaften ver.di und IG BCE am Freitag jeweils Zustimmungsquoten von mehr als 90 Prozent erzielt. Nach ver.di-Angaben von Freitag stimmten 91,4 Prozent der eigenen Mitglieder für den Streik. Die IG BCE bezifferte die Zustimmung unter ihren Mitgliedern auf 96,9 Prozent. Schon am Montag wollten daher die Arbeitnehmer an einzelnen E.ON-Standorten die Arbeit niederlegen, wobei die Aktionen sowohl die Energieerzeugung als auch Service- und Abrechnungsabteilungen betreffen sollten.

   Mit dem Arbeitskampf wollen ver.di und IG BCE den E.ON-Konzern zu Zugeständnissen im laufenden Tarifkonflikt zwingen. Die Gewerkschaften fordern 6,5 Prozent mehr Lohn, die Übernahme aller Auszubildenden nach erfolgreichem Abschluss für ein Jahr und die unbefristete Übernahme von mindestens 250 Auszubildenden im Jahr 2015. Nach Vorstellung der Arbeitnehmervertreter soll sich E.ON zudem auch in Zukunft verpflichten, bei Unternehmensausgründungen die Tarifbindung zu wahren.

   Die E.ON SE hatte in der dritten Verhandlungsrunde 1,7 Prozent mehr Lohn angeboten. Die Arbeitnehmervertreter erklärten die Gespräche daraufhin Mitte Januar für gescheitert.

   E.ON hatte zuvor angesichts der Streikpläne vor einem Risiko für die Versorgungssicherheit gewarnt. Jedes Kraftwerk, das am Netz sei, sei wichtig, sagte ein Unternehmenssprecher. Die Streiks belasten E.ON in einer ohnehin schwierigen Zeit. Das Unternehmen leidet unter der Energiewende in Deutschland und der sinkenden Stromnachfrage in Südeuropa. Unter anderem deshalb rechnet der Konzern für das angefangene Jahr mit einem deutlichen Gewinnrückgang. E.ON prüft die Schließung konventioneller Kraftwerke und reduziert die Investitionen. Weltweit will der Konzern rund 11.000 Stellen abbauen.

   Ein Streik droht auch beim Energiekonzern RWE. Die Gewerkschaften hatten die Verhandlungen mit dem E.ON-Konkurrenten am Montagabend einstweilen abgebrochen. Sie wollen am Dienstag nächster Woche über weitere Schritte beraten. Auch RWE ist von sinkenden Margen betroffen. Bei dem Unternehmen sollen rund 10.000 Stellen wegfallen.

  

   Von Klaus Brune Kontakt zum Autor: klaus.brune@dowjones.com (Hendrik Varnholt hat zu diesem Artikel beigetragen)   DJG/kgb Dow Jones Newswires

Bildquellen: E.ON AG
Artikel empfehlen?

Nachrichten zu E.ON SE

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen
Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen
vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden
Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu E.ON SE

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
26.03.2015EON SE HoldDeutsche Bank AG
26.03.2015EON SE buySociété Générale Group S.A. (SG)
25.03.2015EON SE buyGoldman Sachs Group Inc.
25.03.2015EON SE OutperformBernstein Research
24.03.2015EON SE Conviction Buy ListGoldman Sachs Group Inc.
26.03.2015EON SE buySociété Générale Group S.A. (SG)
25.03.2015EON SE buyGoldman Sachs Group Inc.
25.03.2015EON SE OutperformBernstein Research
24.03.2015EON SE Conviction Buy ListGoldman Sachs Group Inc.
23.03.2015EON SE OutperformBernstein Research
26.03.2015EON SE HoldDeutsche Bank AG
24.03.2015EON SE HoldDeutsche Bank AG
23.03.2015EON SE HoldDeutsche Bank AG
20.03.2015EON SE HoldCommerzbank AG
16.03.2015EON SE HoldDeutsche Bank AG
12.03.2015EON SE ReduceCommerzbank AG
11.03.2015EON SE ReduceKepler Cheuvreux
18.02.2015EON SE ReduceCommerzbank AG
09.02.2015EON SE ReduceKepler Cheuvreux
04.02.2015EON SE ReduceKepler Cheuvreux
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für E.ON SE nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr E.ON SE Analysen

Heute im Fokus

DAX im Plus -- Luftfahrtbundesamt: Germanwings-Copilot hatte SIC-Vermerk in Akte -- Air Berlin 2014 mit Rekordverlust -- Apple-Chef Tim Cook will Vermögen stiften

Umfrage: Drei Viertel lehnen Entschädigung Griechenlands ab. Salzgitter hält Dividende trotz neuerlichem Verlust stabil. Weidmann: Europa muss bei Staatsanleiheregulierung notfalls vorangehen. Hapag-Lloyd rutscht tief in die Verlustzone. Vermieter warnen: Mietpreisbremse verschlechtert Wohnqualität.
Welches ist das erfolgreichste Geschäftsfeld von Apple?

In diesen Ländern finden Sie leicht Arbeit!

Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Wissenswertes rund um die Investorenlegende

Mit welchen Techniken sparen Weltkonzerne Steuern?

10 Patente, die Apple für die Zukunft bereithält

Welche Aktien zählt Warren Buffet zu seinem Portfolio?

Die wundersame Welt von Google

mehr Top Rankings

Umfrage

Berichte über Probleme im Zusammenhang mit der Einführung des Mindestlohns hält Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft für aufgebauscht. Wie stehen Sie zu diesem Thema.