MÜNCHEN (dpa-AFX) - Wenige Stunden vor dem alles entscheidenden Tag für den von der Insolvenz bedrohten Holzverarbeiter
Pfleiderer muss das Unternehmen einen weiteren Schlag einstecken. Eine Rechtsanwaltskanzlei erhob am Mittwoch beim Landgericht Frankfurt/Main Anfechtungsklage gegen Beschlüsse einer Gläubigerversammlung im Juni, bei der die Rettung des Unternehmens beschlossen worden war. Pfleiderer habe die Anleger dort um ihre Rechte gebracht, argumentiert die Kanzlei Göddecke aus Siegburg in einer Mitteilung.
Die Kanzlei vertritt nach eigenen Angaben rund ein Dutzend Anleger. Bei der Versammlung am 20. Juni hatten Inhaber einer 2007 ausgegebenen sogenannten Hybridanleihe mehrheitlich beschlossen, auf Forderungen von rund 330 Millionen Euro zu verzichten. Im Gegenzug sollen sie bei einer geplanten Kapitalerhöhung vier Prozent neue Aktien erhalten. Dies war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Sanierung des hoch verschuldeten Unternehmens.
Rechtsanwalt Daniel Vos begründet die Anfechtungsklage unter anderem damit, dass Pfleiderer den Gläubigern die nötigen Informationen vorenthalten habe. Einsicht in den Jahresabschluss 2010 sowie in die Prognosen für die Jahre 2011 bis 2015 sei ihnen verweigert worden. An diesem Donnerstag sollen abschließend bei einer außerordentlichen Hauptversammlung die Aktionäre ihrerseits Forderungsverzicht üben./fin/DP/edh