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03.07.2009 18:10

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Nie ohne Begleiter (EuramS)


Um im Urlaub flüssig zu bleiben, ist Plastikgeld unentbehrlich. Doch oft lauern versteckte Gebühren. Spezielle Reise-Kreditkarten sollen es richten – wirklich?

von Michael H. Schulz

Kreditkarten sind im Urlaub mehr als nur ein schmückendes Accessoire. Ob beim Einchecken im Hotel, auf Kreuzfahrten, beim Mieten eines Leihwagens – ohne Plastikkarte läuft nicht viel. Doch das sind nicht die einzigen Gründe, die in den Ferien für den Einsatz von Visa, Master Card, American Express & Co. sprechen. Mit den Karten sind Touristen dank der vielen Automaten – so gibt es rund eine Million Visa-Automaten weltweit – flüssig, ohne sich die Geldbörse vollstopfen zu müssen.

Doch das Geldabheben am Automaten ist im Ausland mit Kreditkarte nicht immer günstiger als mit EC- oder Giro-Karte. Manche Banken verlangen bis zu drei Prozent des Betrags. Und außerhalb der Eurozone fällt für Zahlungen mit Kreditkarte auch noch eine Gebühr von bis zu zwei Prozent an. Die Abrechnung erfolgt von der Bank zum Devisenbriefkurs. Berücksichtigt wird dabei nicht der Tag des Einkaufs, sondern der Tag der Zahlungsstellung. Doch es gibt Alternativen. Manche Banken bieten speziell auf den Urlaub zugeschnittene Kreditkarten an (siehe Tabelle unten). Ganz ohne Pferdefüße geht es aber auch da nicht. So kostet die Travel-Card der Santander Bank jährlich 48 Euro. Das ist kein Pappenstiel. Dafür sind DKV-Auslands-Krankenversicherung, Reiserücktritt- und Kauf­schutzpolice inklusive. "Wer eine Kreditkarte für den Einsatz im Ausland sucht, sollte aber nicht auf solche Nebenleistungen, sondern auf die Preise für das Geldabheben und Bezahlen mit der Karte achten", rät Merten Larisch von der Verbraucherzentrale Bayern.

 

Da lohnt sich auch bei der Santander-Travel-Card der Blick ins Kleingedruckte. Die Karte gibt’s als sogenannte Charge-Card mit Belastung des Girokontos meist zum Monatsende oder als revolvierende Karte mit schrittweiser Rückführung des Kredits. Für diesen zweiten Dispo zahlen Anleger jährlich effektiv 13,4 Prozent Zinsen. Selbst bei einem Guthaben verlangt die Bank fürs Abheben ein Prozent der Summe, mindestens aber 5,25 Euro. Besteht kein Guthaben, sind es 5,75 Euro. Wer mit der Karte außerhalb der Eurozone zahlt, muss ein Auslandseinsatzentgelt von 1,5 Prozent des Umsatzes berappen.

Die Kosten fürs Bezahlen mit der Karte entfallen dagegen bei der Global Master Card Traveller von der Schwäbischen Bank – und das weltweit. Die­-se Guthabenkarte gibt es auch für alle, die aufgrund eines negativen Schufa-Eintrags kein normales Girokonto mehr erhalten. Das kostet theoretisch 55 Euro. Praktisch zahlen Erstnutzer allerdings mindestens 60 Euro, da die Karte nur einsatzfähig ist, wenn mindestens fünf Euro aufgeladen sind. Maximal können Nutzer 2500 Euro aufladen. Obendrein langen die Stuttgarter bei jeder Bargeldabhebung mit fünf Euro zu – auch im Inland.

Als sogenannte Prepaid-Karte können auch ADAC-Mitglieder die Master oder Visa Card Mobil der Landesbank Berlin für jährlich 29 Euro nutzen. Laden sie die Karte auf, verzinst sich das Guthaben von beispielsweise 2000 Euro derzeit mit 1,25 Prozent pro Jahr. Für Nutzer ist das mehr als ein netter Gimmick. Denn gratis ist das Geldabheben am Automaten im Ausland nur bei einem Guthaben. Wer das Kartenkonto belastet, zahlt drei Prozent des Betrags. Mindestens jedoch fünf Euro. Erfreulich: Weltweit fällt seit Kurzem kein Auslandseinsatzentgelt an. "Da konnte sich der ADAC mit 16,5 Millionen Mitgliedern gegenüber der kartenausgebenden Landesbank Berlin durchsetzen", erläutert Jochen Oesterle vom ADAC.

In diesem Punkt können selbst die günstigen Direktbanken nicht mithalten. Comdirect und Deutsche Kreditbank (DKB) verzichten zwar auf die Jahresgebühr und Kosten beim Bargeldabheben im Ausland. Für den Einsatz der Visa-Karten beim Shoppen außerhalb der Eurozone fallen allerdings Gebühren von 1,5 bei Comdirect beziehungsweise 1,75 Prozent bei der DKB pro getätigtem Umsatz an. Die Karten gibt’s – falls gewünscht – auch nur, wenn Verbraucher das jeweilige kostenlose Girokonto nutzen.

Die Wermutstropfen beim Angebot der Comdirect: Da es sich um eine Debit-Karte handelt, wird das zugehörige Girokonto sofort belastet. Einen Zahlungsaufschub wie bei der Charge-Card gibt es also nicht. Und das Geldabheben im Inland ist teuer.

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