17.07.2013 06:47
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Niederländer suchen Arbeit in Deutschland

    NORDHORN (dpa-AFX) - Trotz teils niedrigerer Löhne interessieren sich Niederländer neuerdings für Jobs in Deutschland. "Etwa seit September vergangenen Jahres haben wir ein sprunghaft gestiegenes Interesse von Niederländern an Jobs in Deutschland registriert", sagt Hans-Joachim Haming, Chef der Agentur für Arbeit in Nordhorn. Es gebe auch schon einige erfolgreiche Vermittlungen von Niederländern an deutsche Firmen. Eine detaillierte Statistik kann die deutsche Arbeitsverwaltung derzeit aber noch nicht vorlegen.

    Im Westen Niedersachsens stehen die Unternehmen überwiegend gut da und suchen händeringend Fachkräfte. In der Grafschaft Bentheim etwa beträgt die Arbeitslosenquote derzeit 3,6 Prozent. Im Nachbarland, vor allem in den östlichen Niederlanden, spüren die Menschen die Euro- und Wirtschaftskrise stärker als in Deutschland. In den benachbarten niederländischen Provinzen Twente und Drenthe liegt die Arbeitslosenquote bei 10 und 10,2 Prozent, sagt Haming. In der Großstadt Enschede seien es sogar 16 Prozent.

    "Einer großen Frischgeflügelfirma im Emsland haben wir in den vergangenen Monaten über 100 Arbeitskräfte vermittelt", sagt Haming. Bei einem großen Freizeitpark in der Nähe von Haren hätten 30 Niederländer angefangen. Die deutschen und die niederländischen Arbeitsverwaltungen arbeiteten bei der Vermittlung eng zusammen.

    Auch bei der Ems-Achse, einem Netzwerk von Wirtschaft, Verwaltung, Politik und Wissenschaft in Westniedersachsen, hat man auf das gestiegene Interesse niederländischer Arbeitnehmer reagiert. "Wir arbeiten mit niederländischen Partnern zusammen, wie der Arbeitsvermittlung in Emmen oder der Ems-Dollart-Region", sagt Projektmanager Niels Siemen. Zu einer Infoveranstaltung im Mai in Emmen seien 80 Niederländer eingeladen worden.

    Wichtig sei eine gute Information der Interessenten, denn der Sprung von den Niederlanden nach Deutschland sei für die Niederländer doch groß, sagt Siemen. Neben Mentalitäts- und Sprachproblemen gebe es für manche Interessierte auch steuerliche Nachteile. So lassen sich Hypothekenzinsen in den Niederlanden mit der Lohnzahlung von der Steuer absetzen. "Die Möglichkeit haben sie nicht, wenn der Job in Deutschland ist", sagt Haming. Das sei ein Problem, wenn ein Haus abbezahlt werden müsse. Dafür sei wiederum das deutsche Kindergeld höher als in den Niederlanden.

    In einigen Fällen sei auch das Lohnniveau in Deutschland deutlich geringer als in Holland, sagt Haming. Daher hätten Niederländer in der Vergangenheit kaum Interesse an Arbeit in Deutschland gehabt. Seine niederländischen Kollegen prüften gerade, ob auch Jugendliche aus dem Nachbarland ein Interesse daran hätten, eine Ausbildung in Deutschland zu machen./eks/DP/fbr

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