23.12.2012 10:00
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Japan: Hochspannung zum Jahreswechsel

Japan: Hochspannung zum Jahreswechsel
Nikkei-225 im Visier
Während in der kommenden Woche in Europa und den USA aufgrund der Feiertage wenig los sein dürfte, wird es in Japan deutlich spannender.
von Jörg Bernhard

Die japanische Börse befindet sich nach dem Wahlsieg der japanischen Liberaldemokraten und der für den 2. Weihnachtsfeiertag anberaumten Wahl von Shinzo Abe zum Premierminister zunächst im Höhenflug. Kein Wunder, schließlich steht der Politiker für eine noch expansivere Geldpolitik der japanischen Notenbank. Mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit im Rücken kann er, der schon einmal als Premier gescheitert war, einen grundsätzlichen Politikwechsel auf den Weg bringen. Die Notenbank hat Abe bereits kurz nach den neuen Machtverhältnissen aufgefordert, mehr Geld zu drucken und das bisherige Inflationsziel von einem auf zwei Prozent zu erhöhen. Der ersten Forderung gaben die Notenbanker bereits am vergangenen Donnerstag nach und erhöhten ihr Wertpapieraufkaufprogramm um 10 auf 101 Billionen Yen. Am 1. Weihnachtsfeiertag folgt noch ein Bericht der Notenbank zur aktuellen Lage der japanischen Wirtschaft und einen Tag später folgt dann noch die Bekanntgabe des Protokolls der jüngsten Sitzung und diverse weitere Konjunkturdaten. Dies könnte dem Aktienmarkt neue Impulse liefern.

Nikkei-225-Index: Kampf um 10.000 Punkte

Doch nicht nur wegen der politischen Lage befindet sich Japan in Aufbruchsstimmung, auch die Charttechnik sorgt für erheblichen Gesprächsbedarf. Erstmals seit Anfang April bewegte sich der Index nach der Wahl wieder im fünfstelligen Bereich. Mittlerweile rutschte der Index aber wieder unter diese psychologisch wichtige Marke. Während die 200-Tage-Linie Mitte November zwar problemlos überwunden wurde, weist sie derzeit noch keine signifikante Aufwärtstendenz auf. Außerdem scheint der Respekt vor dem Ende März dieses Jahres markierten 52-Wochenhochs bei 10.255 Zählern noch relativ groß zu sein. Charttechnische Molltöne liefert auch der Timingindikator Relative-Stärke-Index. Er generierte nämlich mit dem Rutsch unter die 70-Prozent-Marke ein klares Verkaufssignal. Vor diesem Hintergrund dürfte es dem Nikkei-225-Index schwerfallen, wieder nach oben zu drehen.

Bildquellen: Jim Barber / Shutterstock.com
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