BRUCHSAL (dpa-AFX) - Der Betriebsrat und die Gewerkschaft IG Metall haben massiven Widerstand gegen die geplante Schließung des NSN-Werkes in Bruchsal angekündigt. Es werde Demonstrationen und gegebenenfalls auch Klagen geben, sagte Gewerkschaftssekretär Dirk Becker am Donnerstag in Bruchsal. "Für uns gilt nach wie vor die Vereinbarung zu Standortsicherung."
Der Netzwerkausrüster Nokia Siemens Networks (NSN) hatte am Mittwoch angekündigt, das Werk mit 650 Arbeitsplätzen so schnell wie möglich schließen zu wollen. Die dort gefertigten Teile für Festnetztelefone würden kaum noch nachgefragt.
Die Standortsicherung aus dem Jahr 2010 sieht vor, dass mindestens 365 Mitarbeiter bis 2014 ihre Jobs behalten müssen. Das Unternehmen habe dies an Restrukturierungsmaßnahmen geknüpft, diese aber dann nicht umgesetzt, sagte Becker. "Das ist nicht Schuld der Belegschaft, sondern der Geschäftsführung." Zudem hätten einige entlassene Mitarbeiter erfolgreich gegen ihre Kündigung geklagt. "Auch da muss sich die Geschäftsführung an die eigene Nase fassen, wenn sie vor Arbeitsgerichten unterliegt."
Die Ankündigung, den Standort in drei bis sechs Monaten abzuwickeln, nannte Becker ironisch "sehr sportlich". Bislang habe die Geschäftsführung noch nicht einmal nach einem Termin mit dem Betriebsrat gefragt. "Wir wollen ergebnisoffene Verhandlungen, um den Standort auch über 2014 hinaus zu sichern."/sew/DP/jha