München (aktiencheck.de AG) - Der Vorstandschef des Netzwerkausrüsters Nokia Siemens Networks (NSN), ein Joint Venture der finnischen Nokia Corp. und des Industriekonzerns Siemens AG , Rajeev Suri, erwartet für seine Branche tiefgreifende Umbrüche.
Es gebe nach wie vor zu viele Wettbewerber, sagte Suri im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin "Capital" (Vorabveröffentlichung). "Der Markt für Mobilfunknetze verträgt keine fünf großen Anbieter." Damit würde der Konzentrationsprozess in der Branche die nächste Stufe nehmen. Im vergangenen Jahrzehnt haben immer wieder Rivalen fusioniert oder sind ausgeschieden.
Mit seinem gerade gestarteten Umbau sieht Suri NSN als Vorreiter: "Wir werden mit Einschnitten in diesem Ausmaß nicht die einzigen bleiben. Unsere Wettbewerber werden ebenfalls mehr tun müssen als bislang." Das chronisch defizitäre Gemeinschaftsunternehmen gibt als erster der Konkurrenten sein bisheriges Vollangebot auf und konzentriert sich auf mobile Breitband-Netze und zugehörige Dienste. Unter anderem steigt NSN aus dem Festnetzgeschäft aus und streicht 17.000 seiner weltweit 74.000 Stellen.
Ziel sei es, eine starke, rentable Firma zu bauen, die unabhängig bestehen könne, sagte Suri. Dabei schloss der NSN-Chef einen Börsengang explizit nicht aus: "Wir als Management wollen so weit kommen, dass wir unseren Gesellschaftern diese Option eröffnen können."
Seit der Gründung hatten die Eigentümer Nokia und Siemens 2,5 Mrd. Euro nachschiessen müssen, um die Verluste der Tochter auszugleichen. Bislang sind alle Ausstiegsversuche der Mütter gescheitert. Gerüchte, er selber stehe vor der Ablösung, wies Suri zurück. Er fühle sich in seinem Job "sehr sicher", sagte der NSN-Chef unter Berufung auf Dementis von Nokia und des neuen NSN-Aufsichtratsvorsitzenden Jesper Ovesen. "Herr Ovesen sagte mir, der gesamte Aufsichtsrat habe volles Vertrauen in mich.
Die Aktie von Nokia notiert aktuell mit einem Plus von 3,19 Prozent bei 3,88 Euro, während die Anteilsscheine von Siemens derzeit 0,32 Prozent auf 74,73 Euro zulegen können. (14.02.2012/ac/n/d)