Basel (aktiencheck.de AG) - Der schweizerische Pharmakonzern Novartis AG meldete am Mittwoch, dass er eine endgültige Vereinbarung zur Fusion mit dem schweizerischen Augenheilkunde-Spezialisten Alcon Inc. für Novartis-Aktien und einen von zukünftigen Ereignissen abhängigen Geldbetrag (Contingent Value Amount, CVA) geschlossen hat.
Der Vereinbarung zufolge umfasst die für die Fusion zu zahlende Gegenleistung bis zu 2,8 Novartis-Aktien und einen in bar zu zahlenden CVA, was insgesamt 168 Dollar entspricht. Beträgt der Wert der 2,8 Novartis-Aktien mehr als 168 Dollar, wird die Anzahl der Novartis-Aktien entsprechend verringert. Die gesamte im Rahmen der Fusion zu zahlende Gegenleistung für die Minderheitsbeteiligung beträgt 12,9 Mrd. Dollar. Diese Summe setzt sich aus bis zu 215 Millionen Novartis-Aktien und einem in bar zu zahlenden möglichen CVA zusammen.
Novartis beabsichtigt, durch eine Kombination aus CVA und Aktienrückkauf Barmittel in die Transaktion einzubringen. Laut Beschluss der Novartis Generalversammlung von 2008 ist Novartis berechtigt, Aktien bis zu einem Maximalbetrag von 10 Mrd. Schweizer Franken (CHF) über eine zweite Handelslinie an der SIX Swiss Exchange zurückzukaufen. Im Rahmen dieses genehmigten Rückkaufprogramms wurden bisher etwa 300 Mio. CHF in Anspruch genommen. Das Programm wurde im April 2008 ausgesetzt und wird nun reaktiviert.
Den Angaben zufolge wird Novartis ihren Aktionären die Ausgabe von etwa 108 Millionen zusätzlichen Aktien vorschlagen, die zusammen mit den 107 Millionen gehaltenen eigenen Aktien für die Fusion genutzt werden sollen. Die kombinierte Gesamtzahl von 215 Millionen Aktien entspricht der maximalen Anzahl von Aktien, die für die Transaktion eingesetzt werden sollen. Die Aktionäre von Alcon können zwischen Aktien und American Depositary Shares (ADS) von Novartis wählen. Basierend auf einem Kurs der Novartis-Aktie von 56 Dollar würde der CVA insgesamt etwa 900 Mio. Dollar in bar betragen. Die gesamte Barleistung des CVA sowie der Aktienrückkauf werden hauptsächlich durch interne Mittel finanziert.
Alcon mit mehr als 15 500 Mitarbeitern in 75 Ländern erziele einen Jahresumsatz von 6,5 Mrd. Dollar, ein operatives Ergebnis von 2,3 Mrd. Dollar und einen Reingewinn von 2,0 Mrd. Dollar (alle Zahlen für 2009) und sei das größte und rentabelste Ophthalmologie-Unternehmen weltweit. Alcon biete eine Palette an pharmazeutischen, chirurgischen und frei verkäuflichen Produkten an, die zur Behandlung von Augenkrankheiten, Fehlfunktionen und anderen Zuständen des Auges eingesetzt werden. Die vollständige Übernahme von Alcon biete Novartis die Chance, als Teil ihres Healthcare-Portfolios eine fünfte Wachstumsplattform aufzubauen, hieß es.
Derzeit wird davon ausgegangen, dass die Fusion in der ersten Jahreshälfte 2011 vollzogen wird. Voraussetzung dafür ist die Genehmigung durch die US-Börsenaufsichtsbehörde, die Zustimmung von je einer Zweidrittelmehrheit der Aktionäre von Novartis und Alcon im Rahmen ihrer jeweiligen Generalversammlungen sowie die Erfüllung der üblichen Abschlussbedingungen.
Falls die Fusion am 1. April 2011 abgeschlossen wird, wird sie basierend auf dem derzeitigen Aktienkurs von Novartis voraussichtlich einen Verwässerungseffekt von etwa 5 Prozent auf den voll verwässerten Gewinn pro Aktie und von etwa 3 Prozent auf den Kerngewinn pro Aktie haben. Ausgehend von einem CVA in Höhe von etwa 900 Mio. Dollar und einem Aktienrückkauf im Umfang von 5 Mrd. Dollar wird die Transaktion voraussichtlich einen Verwässerungseffekt von etwa 3 Prozent auf den voll verwässerten Gewinn pro Aktie haben und sich auf den Kerngewinn pro Aktie neutral auswirken.
Die Aktie von Novartis schloss gestern mit einem Plus von 0,94 Prozent bei 53,60 CHF, die von Alcon bei 162,43 Dollar (+1,06 Prozent). (15.12.2010/ac/n/a)