ZÜRICH (Dow Jones)--Der schweizerische Pharmakonzern Novartis kommt in Deutschland im Streit über Skonto-Rabatte unter Druck. Einige Pharmagroßhändler machten am Donnerstag einen monatelangen Streit über die Rabatte publik, der nun auch Auswirkungen auf die Belieferung der Großhändler mit wichtigen Medikamenten hat.
Die beiden Pharmahändler Phoenix und Sanacorp warfen Novartis öffentlich vor, wegen des Streits über die Konditionen die Auslieferung bestimmter Mittel gestoppt zu haben. Auch andere Unternehmen, etwa Gehe mit einem Marktanteil am 35 Mrd EUR schweren deutschen Pharmamarktes von 15%, hatten sich schon darüber beschwert, seit Wochen keine Lieferungen mehr bekommen zu haben. Eine informierte Person sagte, Novartis wolle den Skonto-Satz auf unter 1% von 1,5% drücken.
Die Pharmahändler begründen ihren Gang an die Öffentlichkeit damit, dass sie nach deutschem Gesetz vor möglichen Engpässen bei der Versorgung mit Medikamenten warnen müssen. Aktuell seien noch Lagerbestände vorhanden. Wie lange die Mittel aber noch vorrätig bleiben, sei ungewiss und hänge von den einzelnen Medikamenten und der Nachfrage ab.
Novartis und die Pharmahändler verhandeln seit Wochen über die Lieferkonditionen. Der schweizerische Konzern will die Zahlungsbedingungen so anpassen, dass sie das aktuell niedrige Zinsniveau besser widerspiegeln. Insgesamt bemüht sich das Baseler Unternehmen derzeit darum, die eigenen Kosten unter Kontrolle zu bringen. Dazu hatte Novartis auch schon den Abbau von 2.000 Stellen und das Schließen von Werken angekündigt.
Novartis konterte die Vorwürfe der Pharmahändler mit der Behauptung, einige von diesen hätten die benötigten Medikamente gar nicht mehr bestellt, um den Druck auf die Verhandlungen zu erhöhen. Andere Unternehmen hätten die neuen Lieferbedingungen schon akzeptiert. Die Belieferung deutscher Apotheken sei immer sichergestellt gewesen.
Novartis argumentiert dabei, die neu angebotenen Lieferbedingungen seien immer noch mehrfach günstiger als der aktuelle Zinssatz im Markt. Das Skonto ist ein Preisnachlass auf den Rechnungsbetrag bei Zahlung innerhalb einer bestimmten Frist. Der Lieferant belohnt damit das schnelle Bezahlen einer Rechnung, weil er andernfalls zur Finanzierung der erbrachten Vorleistungen selbst einen höheren Kredit ausstehen hätte.
-Von Goran Mijuk,
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November 24, 2011 13:40 ET (18:40 GMT)
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