07.12.2012 09:34

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NUR SEHR GERINGES WACHSTUM

Bundesbank schraubt Wachstumsprognosen für Deutschland nach unten


Die Bundesbank beurteilt die Aussichten für die deutsche Wirtschaft wesentlich ungünstiger als noch vor einem halben Jahr.

Die Notenbank kappte ihre Prognose aus dem Sommer deutlich von 1,6 Prozent auf 0,4 Prozent. Das Wachstum dürfte "angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage in Teilen des Euroraums und der weit verbreiteten Verunsicherung geringer ausfallen", begründete die Bundesbank am Freitag in ihrer halbjährlichen Konjunkturprognose.

Für das laufende Jahr veranschlagt die Bundesbank nun eine Zunahme des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,7 Prozent. Im Juni waren die Notenbanker noch von 1,0 Prozent Wachstum für 2012 ausgegangen. Für 2013 ist die Bundesbank damit deutlich pessimistischer als die Bundesregierung, die ein Plus von 1,0 Prozent veranschlagt.

"Es gibt jedoch die begründete Aussicht, dass die wirtschaftliche Schwächephase nicht allzu lange anhalten wird und Deutschland bald wieder auf einen Wachstumspfad zurückkehrt", befand die Bundesbank. So könnte die globale Konjunktur wieder Fahrt aufnehmen. 2014 traut die Bundesbank der deutschen Wirtschaft 1,9 Prozent Wachstum zu.

Ähnlich fällt die aktuelle Prognose der Europäischen Zentralbank (EZB) aus: Sie stimmt den Euroraum für 2013 auf ein weiteres Rezessionsjahr ein, rechnet aber damit, dass sich die Konjunktur gegen Ende 2013 allmählich erholen und 2014 wieder wachsen wird.

Schon in den vergangenen Monaten deutete sich an, dass sich Europas größte Volkswirtschaft der Krise auf dem Kontinent auf Dauer nicht entziehen kann. Nachdem sich das Wachstum in den ersten drei Quartalen 2012 stetig verlangsamte, erwarten Ökonomen für den Zeitraum Oktober bis Ende Dezember bestenfalls Stagnation.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann erklärte am Freitag: "Die gute Grundkonstitution der deutschen Wirtschaft spricht aber dafür, dass sie die vorübergehende Schwächephase ohne größere Schäden insbesondere am Arbeitsmarkt übersteht." Unter anderem Kurzarbeit dürfte demnach einmal mehr als Konjunkturpuffer dienen. Die Arbeitslosenquote in Deutschland könnte sich nach Einschätzung der Bundesbank im kommenden Jahr zwar leicht auf 7,2 Prozent erhöhen, sie sollte dann aber wieder auf 7,0 Prozent zurückgehen.

An der Preisfront erwartet die Bundesbank trotz weit geöffneter EZB-Geldschleusen keine dramatischen Entwicklungen - im Gegenteil: Der Anstieg der Verbraucherpreise könnte sich abschwächen - von 2,1 Prozent im laufenden Jahr auf 1,5 Prozent 2013 und 1,6 Prozent 2014. Damit läge die Inflation unter der EZB-Zielmarke von 2,0 Prozent, bei der die Währungshüter stabile Preise gewahrt sehen.

FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: Aleksey Klints / Shutterstock.com

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Kommentare zu diesem Artikel

gammelfleisch schrieb:
07.12.2012 11:28:58

Prognosen über Prognosen. Mal besser, mal schlechter, wie es grad passt. Lustig, wie sich die -besseren Zeiten-, die da so prächtig kommen werden, immer mehr nach hinten verschieben: erst 2013, dann 2014, dann 2015...

Chartlord schrieb:
07.12.2012 09:18:24

Wie fast immer hängt die Bundesbank den Entwicklungen hinterher, so auch heute. Der Aussenhandel jenseits von Europa hat längst wieder angezogen und der Inlandskonsum erst recht. Damit wird die Schätzung von 0,1% Rezesion nicht eintreffen.

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