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03.07.2012 14:02

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OFFIZIELLE KORREKTUR/ROUNDUP: Eon hebt nach Einigung mit Gazprom Ausblick an

RWE zu myNews hinzufügen Was ist das?


    (Offizielle Korrektur: Ein Eon-Sprecher korrigierte seine Angaben. Demnach muss es im vierten Absatz, dritter Satz heißen, dass die Lieferungen von Gazprom an Eon 27 Prozent des Gasbezugs ausmachen. )

 

    DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Gute Nachrichten für Eon : Der größte deutsche Energieerzeuger hat seine Gasbezugsverträge mit dem russischen Staatskonzern Gazprom (Gazprom (Spons ADRs)) neu verhandelt und daraufhin die Prognose kräftig angehoben. Statt bisher bis zu 2,7 Milliarden Euro traut sich der Düsseldorfer Konzern nun ein um Sondereffekte bereinigtes Nettoergebnis von 4,1 bis 4,5 Milliarden Euro im laufenden Jahr zu, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Das Verhandlungsergebnis mit den Russen, bei dem die Gasverträge nun nicht mehr in dem Maße wie bisher an den hohen Ölpreis gekoppelt sind, werde das Halbjahresergebnis der Düsseldorfer voraussichtlich um etwa eine Milliarde entlasten, hieß es. Die Einigung gilt rückwirkend für den Zeitraum seit dem vierten Quartal 2010.

 

RISIKO 'SIGNIFIKANT REDUZIERT'

 

    Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll 2012 zwischen 10,4 und 11,0 Milliarden Euro liegen, bisher war Eon von 9,6 bis 10,2 Milliarden Euro ausgegangen. Ebenfalls in die neue Prognose inbegriffen hat Eon auch negative Effekte, etwa fehlende Umsätze nach dem Verkauf der Ferngasnetztochter Open Grid Europe. Dem Verkauf des 12.000 Kilometer langen Netzes an Finanzinvestoren für 3,2 Milliarden Euro hatte an diesem Montag das Bundeskartellamt zugestimmt.

 

    Eine vollständige Entkopplung vom Ölpreis konnte Eon bei den Neuverhandlungen nicht erreichen, auf Basis der neuen Verträge sei das Risiko im Gashandelsportfolio aber "signifikant reduziert", wie ein Sprecher betonte. Eon hatte wie auch andere große Erdgasbezieher in Europa in den vergangenen eineinhalb Jahren mit Gazprom hart über eine Anpassung der Verträge verhandelt. In den langfristig ausgehandelten Bezugsverträgen war der Gaspreis an den Preis für Öl gekoppelt. Dieser war jedoch gestiegen, während Gas an den internationalen Spotmärkten aufgrund eines hohen Angebots - vor allem durch neue, unkonventionell geförderte Vorkommen - günstiger geworden war.

 

700 MILLIONEN EURO BELASTUNG 2011

 

    Durch diesen Effekt kaufte Eon das Gas teurer ein als der Konzern es weiterverkaufen konnte. Im vergangenen Jahr hatten die ungünstigen Verträge das durch den Atomausstieg ohnehin belastete Ergebnis um 700 Millionen Euro nach unten gedrückt. Mit der norwegischen Statoil (Statoil ASA) konnte Eon im Frühjahr neue Bedingungen aushandeln und stand somit nur noch mit Gazprom im Konflikt - deren Lieferungen machen aber bei Eon immerhin 27 Prozent des Gasbezugs aus. Die Verhandlungspartner stritten auch vor einem Schiedsgericht. Im Mai hielt Eon-Finanzchef Marcus Schenk eine Lösung frühestens im Sommer für möglich. Eon befürchtete damals für 2012 Verluste von mehr als einer Milliarde Euro, sofern es erst Ende des Jahres eine Lösung gegeben hätte.

 

    Das Schiedsgerichtsverfahren ist nach der außergerichtlichen Einigung beendet. "Wir freuen uns über den Abschluss unserer Verhandlungen und über das gute Ergebnis für beide Seiten. Gazprom und Eon haben wieder einmal gezeigt, dass sie als langfristige, strategische Partner in der Lage sind, gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden. Mit den heutigen Vereinbarungen festigen wir unsere langjährige und erfolgreiche Partnerschaft mit Gazprom", sagte Eon-Vorstandschef Johannes Teyssen laut Mitteilung.

 

RWE OFFENBAR NOCH IN VERHANDLUNGEN

 

    Beim Wettbewerber RWE steht eine Lösung mit den Russen unterdessen offenbar weiterhin aus. Bei den Verhandlungen mit Gazprom seien "die Vorstellungen noch nicht beieinander", hatte RWE-Vorstandsmitglied Rolf Martin Schmitz in der vergangenen Woche gesagt. Von russischer Seite müsse noch Verhandlungsbereitschaft kommen. Am Dienstag gab es zu dieser Aussage zunächst noch keinen neuen Stand. Gazprom-Vizevorstandschef Alexander Medwedew hatte sich einige Tage zuvor optimistisch gezeigt, mit den beiden deutschen Versorgern kurzfristig zu Lösungen zu kommen. /nmu/jha/kja

 

 

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