18.06.2013 20:50
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Obama in Berlin: Die transatlantische Partnerschaft lebt

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   Von Susann Kreutzmann

   Berlin--- Wenn Kanzlerin Merkel auf ihre Erwartungen an den Besuch von US-Präsident Barack Obama in Berlin angesprochen wird, fällt ihre Antwort gewohnt nüchtern aus. "Er ist herzlich willkommen hier und es ist gut, dass er auch Berlin besucht", sagte sie etwa im Gespräch mit RTL. Wesentlich euphorischer reagieren die Menschen auf den ersten Besuch von Obama als Präsident in der deutschen Hauptstadt. Auch in seiner zweiten Amtsperiode sind die Deutschen Obamas größte Fans.

   Während seine Beliebtheitskurve im eigenen Land nach unten geht, hat er in Deutschland nach Umfragen Zustimmungswerte von mehr als 60 Prozent. 50 Jahre und sechs Tage nach der legendären Rede von John F. Kennedy kommt jetzt Barack Obama nach Berlin. Doch es geht nicht um Nostalgie. Obama streichelt zwar mit seiner 24-Stunden-Stippvisite die Seele der Deutschen, doch er schlägt auch nichts geringeres als ein neues Kapitel der transatlantischen Beziehungen auf.

   Die Erwartungen von Politik und Wirtschaft an Obama, der mit seiner Frau Michelle und den Töchtern Malia und Saha anreist, sind hoch. Die Wirtschaft verlangt ein deutliches Bekenntnis zu einer schnellen Aufnahme der Verhandlungen für ein transatlantisches Freihandelsabkommen. Politiker aller im Bundestag vertretenen Parteien fordern Aufklärung über das US-Spähprogramm Prism und einen Stopp der "Totalüberwachung". Und Außenpolitiker hoffen, dass sich die Amerikaner wieder mehr von Asien in Richtung Europa orientieren.

   Besonders deutlich haben Wirtschaftsvertreter ihre Erwartungen an den Präsidenten formuliert. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) forderte Merkel auf, im Gespräch mit Obama das hohe Interesse an einem transatlantischen Freihandelsabkommen klar zu machen. Die von Frankreich durchgesetzte Ausklammerung des Kulturbereiches nannte DIHK-Außenhandelsexperte Felix Neugart "falsch" und warnte, dies könnte ein Einfallstor für amerikanische Forderungen in anderen Bereichen sein.

   "Das Ziel muss die vollständige Abschaffung der Zölle sowie aller weiteren Handelshemmnisse zwischen beiden Regionen sein", forderte auch der Chef des Außenhandelsverbandes BGA, Anton F. Börner. "Daher muss alles auf den Verhandlungstisch, ohne Ausnahme", fügt er hinzu. Die Wirtschaft erhofft sich zudem ein klares Bekenntnis für einen Zeitplan der Verhandlungen.

   Merkel kennt die Befürchtungen und versprach auf dem G8-Gipfel in Nordirland schnelle und ambitionierte Verhandlungen, "damit wir in absehbarer Zeit, aber wirklich in wenigen Jahren, zu einem Abschluss kommen". Deutschland hat sich schon seit langem für mehr Freihandel stark gemacht. Die Amerikaner reagierten bisher eher verhalten. In seiner ersten Amtszeit hatte Obama nur mit Panama, Kolumbien und Südkorea solche Freihandelsabkommen vereinbart.

   Kontakt zur Autorin: konjunktur.de@dowjones.com

   DJG/suk/chg

   (Mehr zu diesem Thema und weitere Berichte und Analysen zu aktuellen Wirtschafts- und Finanzthemen finden Sie auf www.WSJ.de, dem deutschsprachigen Online-Angebot des Wall Street Journal.)

   (END) Dow Jones Newswires

   June 18, 2013 13:54 ET (17:54 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 01 54 PM EDT 06-18-13

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