Ölpreise fallen nach schwachen US-Verbrauchervertrauen um mehr als 2 Dollar
Das in den USA im Juni überraschend gesunkene Verbrauchervertrauen habe den Ölpreis deutlich unter Druck gebracht, sagten Händler. Die Hoffnungen auf eine Erholung der Konjunktur und damit eine Erholung der Nachfrage nach Rohöl seien gedämpft worden. Das Verbrauchervertrauen des Conference Boards war von revidiert 54,8 Punkten im Vormonat auf 49,3 Punkte gefallen. Volkswirte hatten hingegen mit einem Anstieg auf 57,0 Punkte gerechnet. Eine erneute Aufhellung des US-Verbrauchervertrauen ist laut Commerzbank auch durch deutlich gestiegene Benzinpreise verhindert worden. Der Rückschlag zeige, dass sich die US-Wirtschaft noch nicht völlig gefangen habe. Die USA sind der wichtigste Ölkonsument weltweit.
In den vergangenen drei Monaten war der Ölpreis gestützt durch Hoffnungen auf eine Erholung der Konjunktur deutlich gestiegen. "Solange der Ölpreis über 69 Dollar schließt, weist das zu Ende gehende Quartal die beste prozentuale Wertentwicklung seit 19 Jahren auf", schreibt Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank. Bislang hätten die preisbelastenden Faktoren wie die deutlich nach unten revidierte mittelfristige Prognose für die weltweite Ölnachfrage der Internationalen Energieagentur (IEA) kein Gehör gefunden. Unterdessen rückte der Experte noch die gestrige Entscheidung Chinas für höhere Benzin- und Dieselpreise in den Fokus. "Die deutliche Preiserhöhung vor einem Jahr könnte den kräftigen Ölpreisrückgang in der dann folgenden zweiten Jahreshälfte mit ausgelöst haben", so Weinberg./js/he


