NEW YORK/LONDON/WIEN (dpa-AFX) - Die
Ölpreise haben am Freitag nach einer mit Spannung erwarteten Rede des US-Notenbankpräsidenten Ben Bernanke weiter zugelegt. Am Abend stand der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent mit Auslieferung im Oktober bei 114,27 US-Dollar. Das sind 1,59
Dollar mehr als am Vortag.
Rohöl der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verteuerte sich um 1,55 Dollar auf 96,18 Dollar.
An den Finanzmärkten waren zum Wocenausklang alle Augen auf Fed-Chef Bernanke gerichtet, der am Nachmittag die Eröffnungsrede zur wichtigen Notenbank-Konferenz im amerikanischen Jackson Hole hielt. Investoren erhofften sich konkrete Hinweise auf eine abermalige Lockerung der US-Geldpolitik, wurden jedoch nicht entsprechend bedient. "Die Fed spielt auf Zeit - Bernanke hat kein klares Bekenntnis abgegeben", sagte Commerzbank-Experte Bernd Weidensteiner.
Der Risikofreude an den Märkten tat die abwartende Haltung des Top-Notenbankers jedoch keinen Abbruch. Denn die Fed hält sich alle Optionen offen. Viel dürfte nach Einschätzung Weidensteiners nicht fehlen, damit sie ein neues Wertpapierkaufprogramm auflegt. In den Fokus rückt nun der nächste Arbeitsmarktbericht - sollte der Job-Aufschwung in den Staaten weiter ausbleiben, dürfte die Notenbank die Geldschleusen weiter öffnen.
Der Korbpreis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) fiel unterdessen zurück. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Freitag kostete ein Barrel am Donnerstag im Durchschnitt 110,66 US-Dollar. Das waren 76 Cent mehr als am Mittwoch. Die Opec berechnet ihren Korbpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells./hbr/bgf