ESSEN (Dow Jones)--Die Entscheidung über eine südliche Erdgaspipeline nach Zentraleuropa dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen. In den kommenden zwei bis drei Monaten werde es "unumkehrbare Entscheidungen" geben, sagte EU-Energiekommissar Günter Oettinger am Rande einer Energiekonferenz. Die EU habe dabei aber keine Präferenz.
Alles spreche für eine direkte Verbindung zwischen der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku und Europa, sagte Oettinger. Das Projekt eines südlichen Korridors werde 2012 sicher ein Erfolg werden. Eine südliche Pipeline hat in Brüssel oberste Priorität, da damit die Abhängigkeit von russischem Gas reduziert werden soll. Die EU unterstützt dabei mehrere alternative Projekte wie Nabucco, ITGI (Interconnector Türkei-Griechenland-Italien) und die transadriatische Pipeline TAP.
Die endgültige Entscheidung liege aber in erster Linie bei dem Konsortium Shah Deniz II. Das Konsortium, das aus dem britischen Ölgiganten BP plc und dem staatlichen aserbaidschanischen Gaskonzern Socar besteht, entwickelt derzeit ein riesiges Gasfeld im Kaspischen Meer vor der Küste Aserbaidschans. Es wird erwartet, dass dieses Gasfeld die Hauptquelle welcher auch immer gearteten südlichen Gaspipeline wird.
Allerdings sei das Nabucco-Projekt das ehrgeizigste von allen, so Oettinger. Die größte der vorgeschlagenen Pipelines soll über eine Kapazität von rund 30 Millionen Kubikmeter Gas verfügen. An dem Nabucco-Konsortium sind unter anderem der deutsche Energieversorger RWE AG und der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV AG beteiligt.
-Von Jan Hromadko,
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February 06, 2012 12:04 ET (17:04 GMT)
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