08.09.2013 10:48
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Olympische Sommerspiele finden 2020 in Tokio statt

   Von

   MATTHEW FUTTERMAN, MATTHEW BOUDREAUX UND ILAN BRAT

   BUENOS AIRES - In Zeiten großer Ungewissheit hat sich das Internationale Olympische Komitee (IOC) für Sicherheit entschieden und die Olympischen Sommerspiele 2020 an Tokio vergeben.

   Tokio setzte sich gegen die Mitbewerber Istanbul und Madrid durch, weil es dem IOC eine bessere Garantie dafür abgeben konnte, erfolgreiche Spiele durchzuführen. Die Entscheidung bringt Olympia erstmals seit 1964 wieder zurück nach Tokio. Damals halfen die Spiele Japan dabei, sich nicht einmal zwei Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg der Welt wieder neu zu präsentieren. Die Entscheidung macht den Fernen Osten auch zum Zentrum Olympias zu Beginn dieses Jahrhunderts. Die Sommerspiele 2008 fanden in Peking statt, die Winterspiele 2018 wurden an das südkoreanische Pyeongchang vergeben.

   Es waren vor allem wirtschaftliche Sorgen, die die Bewerbungen von Madrid und Istanbul überschattet hatten. Tokio setzte sich in der zweiten und letzten Runde gegen Istanbul durch. In der ersten Runde fanden sich Istanbul und Madrid stimmgleich auf dem zweiten Platz wieder. In einer Stichwahl setzte sich dann Istanbul mit 49 zu 45 durch. Anschließend war die Frage, welches Land die meisten der Stimmen für Madrid für sich gewinnen kann, die wahrscheinlich am ehesten aus Europa und anderen spanisch sprechenden Ländern kam. Letztlich setzte sich Tokio mit 60 zu 36 Stimmen durch.

   Nach dem Erdbeben und dem verheerenden Tsunami im März 2011, die zu dem Reaktorunglück von Fukushima führten, hatte das Land seine Hoffnung in die Austragung der Sommerspiele 2020 gesetzt. Ministerpräsident Shinzo Abe war eigens nach Buenos Aires gereist, um Sorgen vor einer radioaktiven Verseuchung der Hauptstadtregion zu zerstreuen. Die Situation sei "unter Kontrolle", sagte er den Delegierten.

   Fukushima liegt 220 Kilometer von Tokio entfernt. Die Akw-Betreiberfirma Tepco hat die Schäden bislang nicht in den Griff bekommen. Unter anderem sorgen Lecks in Kühltanks, durch die verseuchtes Wasser austritt, für Beunruhigung. Die japanische Regierung hatte am Dienstag einen Notfallplan beschlossen, um selbst das Krisenmanagement in die Hand zu nehmen.

   Abe sagte, die Olympischen Sommerspiele von 1964 hätten ihn geprägt. "Ich war bei der Eröffnungszeremonie in Tokio 1964 und sah mehrere tausend Tauben, die in den blauen Himmel entlassen wurden und wieder zusammenkamen, um die olympischen Ringe zu bilden", berichtete er. "Das hat mich als Zehnjährigen begeistert." Abe verwies auch auf die Bedeutung von Sport für die Überlebenden der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe. "Heute spielen unter dem blauen Himmel von Fukushima Jungen Fußball und blicken in die Zukunft und nicht in die Vergangenheit."

   In Tokio löste die Entscheidung des IOC Jubel aus. Obwohl es dort 5.20 Uhr am Sonntagmorgen war, verfolgten viele Menschen gemeinsam die Übertragung aus Buenoes Aires. Enttäuschung herrschte in Istanbul. Eine Veranstaltung vor der Hagia Sophia, wo hunderte Menschen die Abstimmung verfolgten, löste sich nach der Verkündung des Ergebnisses in Windeseile auf.

   Die türkischen Bewerber hatten gehofft, dass mit Istanbul erstmals eine Stadt in einem muslimischen Land die Olympischen Spiele austragen würde. Doch die Bosporus-Metropole konnte die Skeptiker nicht überzeugen. Istanbul hatte im Sommer wegen der gewaltsamen Niederschlagung von Protesten gegen die türkische Regierung für Negativ-Schlagzeilen gesorgt. Zudem wirkte sich die Nähe der Türkei zum Bürgerkriegsland Syrien auf die Entscheidung aus.

   Madrid konnte mit seiner aufwändigen Bewerbung nicht die Befürchtung zerstreuen, dass Spaniens schwache Wirtschaft mit einem Großereignis wie den Olympischen Spielen überfordert wäre. Kronprinz Felipe, der die Bewerbung von Madrid präsentiert hatte, zeigte sich enttäuscht. "Wir sind etwas deprimiert, aber es ist wichtig für uns zu wissen, dass ein großartiger Job gemacht wurde."

   Mit Material von AFP

   Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

   DJG/WSJ/gos

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