04.02.2013 15:13
Bewerten
 (0)

Ombudsmann: Draghi nicht des Lobbyismus verdächtig

   Von Angelika Busch-Steinfort

   BRÜSSEL---EZB-Präsident Mario Draghi kann nach Auffassung des Europäischen Ombudsmanns Nikiforos Diamandouros nicht des Lobbyismus verdächtigt werden. Die Mitgliedschaft Draghis in der Group of Thirty - ein internationaler Zirkel, dem Noten- und Privatbanker sowie Politiker und Wirtschaftswissenschaftler angehören, darunter Vertreter von Morgan Stanley und Goldman Sachs - untergrabe nicht die Unabhängigkeit der EZB, erklärte der Ombudsmann in einer Stellungnahme vom Montag. Die Mitglieder in der Gruppe seien zu heterogen, um als Interessengruppe zu gelten. Vielmehr sei das Gremium als Diskussionsforum einzustufen.

   Der Ombudsmann empfahl der EZB aber für mehr Transparenz zu sorgen und die Mitgliedschaft ihres Präsidenten in der Gruppe auf ihrer Webseite zu veröffentlichen. Außerdem forderte er die Bank auf, angesichts ihrer wachsenden Verantwortung grundsätzlich ihre Kommunikation mit der Öffentlichkeit zu verbessern.

   Diamandouros hatte im vergangenen Juli eine Untersuchung über Draghis Mitgliedschaft in der Gruppe der Dreißig eingeleitet. Er reagierte damit auf eine Beschwerde des Lobby-Watchdog Corporate Europe Observatory (CEO). Die Nichtregierungsorganisation sieht in der Mitgliedschaft des EZB-Präsidenten in der Gruppe einen eindeutigen Interessenkonflikt. Draghi war vor seinem Chefposten bei der EZB unter anderem Vizepräsident bei der US-Investmentbank Goldman Sachs.

   Es sei ganz klares Ziel der Gruppe, Einfluss auf die weltweite Finanzmarktregulierung zu nehmen, hatte CEO moniert. So habe die Gruppe unter anderem die Interessen der Bankenlobby bei der Gesetzgebung zur Eigenkapitalausstattung Basel II unterstützt. Zudem seien Aktivitäten und Mitgliedschaft des Gremiums undurchsichtig und wiesen "die Charakteristika eines Lobbyinstruments für private finanzwirtschaftliche Interessen auf". Die Lobby-Kritiker hatten zudem moniert, dass dieses Mandat Draghis als einziges nicht in seinem auf der EZB-Webseite veröffentlichten Lebenslauf aufgeführt sei.

   Kontakt zur Autorin: Angelika.Busch-Steinfort@dowjones.com

   DJG/hab

   (END) Dow Jones Newswires

   February 04, 2013 08:59 ET (13:59 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 08 59 AM EST 02-04-13

Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Bayer: Monsanto-Deal würde ein neues Burg­graben-Unter­nehmen ergeben!
Mit der Übernahme des US-Saatgutspezialisten Monsanto will Bayer im Agrarchemie-Geschäft den großen Wurf landen und zur weltweiten Nummer Eins aufsteigen. Der strategisch sinnvolle Megadeal ist allerdings mit großen Unsicherheiten behaftet. Lesen Sie in der neuen Ausgabe des Anleger­magazins, warum der Life-Science-Konzern dennoch einen näheren Blick wert ist.

Heute im Fokus

DAX schließt deutlich im Plus -- Dow fester -- Soros wettet gegen Deutsche Bank -- Abgasaffäre in USA soll VW über 14,7 Milliarden Dollar kosten -- Großbritannien-Rating gesenkt -- K+S, RWE im Fokus

KUKA schließt Investorenvereinbarung mit Midea. Nach Brexit-Entscheid droht Freihandelsabkommen TTIP das Aus. Salzgitter rechnet mit besserem Ergebnis im Gesamtjahr. US-Wirtschaft wächst im ersten Quartal um 1,1 Prozent. Mindestlohn steigt auf 8,84 Euro. Was Elon Musk mit der SolarCity-Übernahme wirklich vorhat.
Welches ist das wertvollste Team?
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Welche Marke ist die teuerste?
Volatilität in Schwellenländern
Das haben die Dax-Vorstände 2015 verdient
Welches Land gewann am häufigsten die europäische Fußballkrone?
Welches Land schnitt bei den Weltmeisterschaften am besten ab?
mehr Top Rankings

Umfrage

Nach dem Brexit-Votum der Briten werden in Europa Stimmen laut, die auch in anderen EU-Ländern Referenden über die Zugehörigkeit zur EU fordern. Sehen Sie unsere Zukunft in der EU?