12.08.2007 08:00
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Online-Banken im Test (EuramS)

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Günstige Preise, Superangebot, Mega-Zinsen und extra viel Bequemlichkeit – keine Bank kann alles bieten. Welche Angebote Institute machen. Wo sie Schwächen haben. Was Privatanleger erwarten können.

von Stephan Haberer

Anleger wollen alle das Gleiche: Wertpapiere, die risikolos zweistellige oder gar dreistellige Renditen abwerfen. Eine Bank, die null Gebühren verlangt, wie ausgefallen die Anlegerwünsche auch sein mögen. Tools, die das Traden so bequem wie möglich machen. Und möglichst hohe Zinssätze für Gelder, die mal für kurze oder längere Zeiten zwischengeparkt werden müssen. Damit sogar das Nichtstun lukrativ ist. Sie merken schon: Wir beschreiben Anlegers Paradies. Das gibt es zwar noch nicht, aber der weltweite Siegeszug des PC sowie die Gründung von Online-Banken und Direct-Brokern haben seit Mitte der 90er-Jahre frischen Wind ins Geschäft mit Privatanlegern gebracht. Musste man damals oft sogar persönlich beim Bankberater vorsprechen, um Börsengeschäfte zu tätigen, genügt heute ein Mausklick.

Doch ist das längst nicht das Ende der Entwicklung in Sachen Bequemlichkeit. Neuester Trend bei Banking und Brokerage: Abwicklung via Handy. Kommt Ihnen bekannt vor? Stimmt. Das war schon mal Thema. Zur Jahrtausendwende sollten WAP-Handys den Börsenhandel möglich machen. Das scheiterte damals an technischen Schwierigkeiten und hohen Gebühren. Heute sieht das etwas anders aus. Bereits sechs der von €uro am Sonntag befragten Institute ermöglichen komplette Bank- oder Börsengeschäfte via Handy. Vier Anbieter – Comdirect, Deutsche-Bank-Tochter Maxblue, Netbank, Postbank sowie Sino – bieten bereits Kontoführung, Depotverwaltung und Orderaufgabe mit dieser neuen Technik an. Die 1822direkt hat immerhin ein Angebot rund ums Bankkonto. Und bei Citi­bank, Cortal Consors und Flatex gibt es entsprechende Planungen. Das Beste: Neben den normalen Handygebühren sollen meist keine zusätzlichen Gebühren anfallen. Nur die Netbank verlangt was für den neuen Service: insgesamt 24 Euro im Jahr. Auch nicht die Welt.

Und die Kunden? Nach einer Studie der Uni Hamburg-Harburg würden 97 Prozent aller Kontoinhaber per Handy zumindest gern Kontostände überprüfen oder Zahlungseingänge kontrollieren. Ganz so viele sind es bei der Comdirect zwar nicht, aber "inzwischen verzeichnen wir über 550?000 Seitenaufrufe und 32?000 Kunden-Logins pro Monat", heißt es von der Bank. Sogar Spezialanbieter wie CMC-Markets, die sich völlig auf den Handel mit CFDs konzentrieren, sind bei Mobile-Trading aktiv. Bereits 700 CFD-Fans nutzen den neuen Handyservice. Doch Bequemlichkeit ist nicht alles. Viele sorgen sich um die Sicherheit der weitergegebenen Daten. Doch hier beruhigt der Autor der Hamburger Mobile-Banking-Studie, Rajneesh Tiwari. "Dank spezieller Verschlüsselung ist das Handy-Banking mindestens so sicher wie Online- Banking." Hinzu kommt: Es gibt kaum Viren fürs Handy. Und solange Handy-Banking eine kleine Nische ist, wird das wohl auch so bleiben.

Übrigens: Mit der Citibank bietet die erste Großbank eine kostenlose Sorglos-Garantie fürs normale Online-Banking an. Sollte Kunden ein finanzieller Schaden durch Online-Betrug – etwa durch Phishing, Pharming und Trojaner – entstehen, erstattet das Institut den Schaden. Vorausgesetzt: Der Kunde meldet den Datenmissbrauch unverzüglich, erstattet eine Strafanzeige und unterstützt die Bank bei der Aufklärung.

Nächster Punkt: der Preis für Konto und Depot. Hier ist zum einen ganz klar zu sehen, dass die Gebühren seit Jahren im Sinkflug sind. Galt früher die Regel, dass die Bank sich ein Prozent des Werts einer Order als Gebühr genehmigte, gibt es heute bereits Flatrates von zehn Euro und weniger – ganz unabhängig von der Ordergröße. Hier momentan am günstigsten: Spezialanbieter wie Flatex mit einer Flatrate von gerade mal fünf Euro, unabhängig von der Ordergröße (wer hier für bestimmte Modellkunden am günstigsten ist, zeigt der Kasten unten). Doch aufgepasst: Wie so oft steckt der Teufel im Detail. Denn auch die Billigheimer unter den Banken wollen und müssen verdienen. Und so wird entweder an anderer Stelle – etwa bei Teilausführungen und Orderzusätzen – zugelangt, oder das Angebot auf einige wenige günstige Leistungen beschränkt. Oder die Verzinsung auf dem Verrechnungskonto fällt niedrig aus (siehe große Tabelle auf der nächsten Seite).

Apropos Zinsen: Neben Gebühren und Angebotsumfang sind Guthabenzinsen für Privatanleger mit am wichtigsten. Am besten, wenn gleich das Verrechnungskonto einen hohen Zins bietet. Hier sind immerhin bei einigen Anbietern wie etwa ING-Diba und Citibank 3,25 Prozent drin. Noch mehr offeriert die Volkswagen-Bank mit 3,4 bis 3,5 Prozent auf dem Orderkonto. Positiv bei dieser Variante: Lästiges Umschichten vom Orderkonto auf spezielle Tages- oder Festgeldkonten entfällt. Und: Sobald ein Wertpapier verkauft und der Betrag gutgeschrieben ist, fangen die Zinsen an zu fließen.

Andererseits bieten einige Anbieter auf dem Tagesgeldkonto mehr Zinsen: Etwa die Comdirekt mit 3,8 Prozent beim Tagesgeld-Plus-Konto, die VW-Bank mit 4,0 auf dem Tagesgeldkonto oder die 1822­direkt mit 4,05 Prozent bei Cash-One. Scheinbar einsamer Überflieger laut der Frankfurter Finanzberatung FMH hier: die DAB Bank mit 6,6 Prozent. Doch gibt‘s diesen Superzins nur für drei Monate, nur auf maximal 10?000 Euro und – nur für Neukunden. Also nichts fürs tägliche Geschäft. Solche Einschränkungen sind übrigens nichts Ungewöhnliches. Daher das Kleingedruckte immer genau lesen.

Wer schon weiß, dass er Geld längere Zeit an der Börse nicht braucht, erhält für sechsmonatiges Festgeld der­zeit ohne größere Einschränkung 3,25 bis 4,0 Prozent im Jahr. Beste Anbieter: VW-, DaimlerChrysler-Bank und 1822direkt mit je 4,0 Prozent, gefolgt von Cortal Consors mit 3,9 Prozent. Doch wer so viel Zinsen will, muss mindestens 5000 Euro anlegen. Nur bei der DaimlerChrysler-Bank reichen 2500 Euro. Übrigens: Flatex, Fimatex, S-Broker und Sino haben gar keine Festgeld-Angebote.

Dagegen bieten andere Institute ihren Kunden noch höhere Zinsen, wenn diese Kapital mindestens zwei Jahre abseits der Börse arbeiten lassen: Laut FMH offeriert die DaimlerChrysler-Bank auch hier mit 4,4 Prozent den höchsten Zins, gefolgt von 1822direkt mit 4,35 Prozent und Volkswagen-Bank mit 4,3 Prozent pro Jahr. Auch Citibank (4,2 Prozent), Postbank (4,15), ING-Diba (4,1) und Comdirect (4,0) bieten hier die vier vor dem Komma. Kaum mehr Zins gibt’s bei fünf und zehn Jahren Anlagedauer. Aber mal ehrlich: Welcher Börsianer würde so etwas machen? Was dagegen jeder tun muss: seine Börsen-­Favoriten selbst auswählen. Und damit das Risiko eingehen, falsch zu liegen. Aber Garantien auf zweistellige Renditen gibt auch der beste Online-Broker nicht – noch nicht.

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