22.01.2013 17:13
Bewerten
(0)

Opel droht mit Produktionsstopp in Bochum 2015

Opel-Zukunft: Opel droht mit Produktionsstopp in Bochum 2015 | Nachricht | finanzen.net
Opel-Zukunft
Gehen die Lichter in der Opel-Fertigung in Bochum nun doch schon 2015 aus?
Das ist durchaus möglich. Denn nach monatelangen Verhandlungen zur Zukunft der deutschen Opel-Werke ist dem Management nun der Geduldsfaden gerissen. Das machte Aufsichtsrats-Chef Steve Girsky am Dienstag in den Verhandlungen zur Zukunft der deutschen Standorte unmissverständlich klar.

     In einem Brief an die Mitarbeiter machte Girsky ein Ultimatum öffentlich: "Ich habe darum gebeten, dass die Opel-Geschäftsleitung und die Sozialpartner noch im Februar zu einer Lösung kommen. Unser "Deutschland-Plan" muss dann stehen", schrieb Girsky.

   Und Girsky, der auch Vize-Chef der US-Mutter General Motors ist, setzte noch einen drauf. Gelinge bis dahin keine Einigung auf "beträchtliche Einsparungen" an allen deutschen Standorten, werde die Zafira-Produktion in Bochum zum 1. Januar 2015 enden. Die Fertigung in Bochum werde dann komplett eingestellt.

   Bisher sollte die Produktion in Bochum zwei Jahre später eingestellt werden - falls sich Management und Arbeitnehmer auf Einsparungen einigen. Der aktuelle Zafira sollte demnach bis Ende 2016 im Ruhrgebiet vom Band rollen, vielleicht etwas länger. In dem Werk könnten bis zu 3000 Stellen wegfallen.

    Die Bochumer Arbeitnehmervertreter reagierten auf Girskys Ultimatum empört. Betriebsratschef Rainer Einenkel bezeichnete die Drohung als "Kriegserklärung". Bei den Verhandlungen seien die Fronten verhärtet, sagte Einenkel. Die Belegschaft werde sich nicht erpressen lassen.

   Nach der Verhandlungsrunde sagte Einenkel Hunderten Opelanern in einem nahe gelegenen Hotel, dass sie nun für die Schließung noch zusätzlich bluten sollten. Dieser Strategie habe er eine klare Absage erteilt: "Wir bezahlen nicht noch unsere eigene Beerdigung." Er gehe weiter davon aus, dass auch nach 2016 in Bochum Autos gebaut werden.

   In Verhandlungskreisen wird Einenkel wegen seiner Haltung eine Blockadetaktik vorgeworfen. Denn das Management hat längst entschieden: Nach dem Zafira wird kein Opel mehr in Bochum gebaut. Girsky wetterte daher auch in Richtung Einenkel: "Wir dürfen hier keine Zeit verlieren und müssen die Weichen für eine profitable Zukunft stellen. Immerhin sind wir bereits seit Juni vergangenen Jahres in Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretern über den Plan."

    Bei den zähen Verhandlungen sollen Möglichkeiten gefunden werden, den kriselnden und seit Jahren defizitären Autobauer wieder auf die Erfolgsspur zu bringen. Die Geschäftsführung will von 2013 bis 2015 die Fixkosten um weitere 500 Millionen Dollar (375 Millionen Euro) senken. Im Gegenzug würde der Standortsicherungsvertrag, der Werkschließungen und betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2014 ausschließt, bis 2016 verlängert.

   Die erhoffte Markterholung, die den Absatz ankurbeln und die Werke besser auslasten würde, bleibt jedenfalls aus. "Es ist nicht nur unrealistisch, sondern auch illusorisch zu glauben, dass sich der Markt rasch erholt und uns aus dieser Situation hilft", betonte Girsky. Deshalb müssten die Kosten runter: "An allen deutschen Standorten und in allen Unternehmensbereichen müssen wir Lösungen finden, um flexibler zu werden, Bürokratie abzubauen und Kosten zu senken."

   Girsky erwartet, dass jeder Mitarbeiter einen Beitrag leistet: "Solange wir Verluste erzielen, können wir uns beispielsweise keine Tariferhöhungen leisten." Diese Pille will Einenkel nicht schlucken: "Wir haben klar gemacht, dass wir das nicht akzeptieren werden."

   Einenkel kündigte ab März Solidaritätsveranstaltungen vor dem Werk an. Die Arbeitnehmer in Bochum gelten als besonders aggressiv im Arbeitskampf. In den vergangene zehn Jahren hatten die Opelaner nicht nur einmal die Bänder stillgelegt. Zeitweise war das Werk über viele Tage blockiert.

   Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer bezeichnete einen vorzeitigen Stopp der Fertigung in Bochum als ökonomisch nicht sinnvoll. Allein für eine Produktionsverlagerung des Auslaufmodells Zafira müsse Opel mit Kosten von bis zu 100 Millionen Euro rechnen. Dem Vernehmen nach würde GM Mehrkosten für die Verlagerung notfalls akzeptieren, oder vorab auf Halde produzieren - Hauptsache, es geht voran./hqs/uta/wd/DP/jha

BOCHUM/RÜSSELSHEIM (dpa-AFX)
Bildquellen: Opel

Nachrichten zu General Motors

  • Relevant
    1
  • Alle
    3
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu General Motors

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
16.03.2017General Motors SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
06.03.2017General Motors SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
06.03.2017General Motors BuyInstinet
03.02.2017General Motors Equal weightBarclays Capital
23.12.2016General Motors Market PerformBMO Capital Markets
06.03.2017General Motors BuyInstinet
23.12.2016General Motors Market PerformBMO Capital Markets
19.09.2016General Motors overweightMorgan Stanley
22.10.2015General Motors BuyUBS AG
02.10.2015General Motors BuyUBS AG
03.02.2017General Motors Equal weightBarclays Capital
06.10.2016General Motors NeutralGoldman Sachs Group Inc.
07.07.2016General Motors NeutralGoldman Sachs Group Inc.
22.04.2016General Motors Sector PerformRBC Capital Markets
29.02.2016General Motors HoldArgus Research Company
16.03.2017General Motors SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
06.03.2017General Motors SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
09.04.2014General Motors UnderweightMorgan Stanley
12.12.2011General Motors verkaufenDer Aktionär

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für General Motors nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Jungheinrich - Professioneller Hochstapler!

Intralogistik-Lösungen sind gefragt wie nie. Denn mit moderner Logistik-Infrastruktur lassen sich nicht nur erhebliche Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen realisieren, sondern sie bildet die perfekte Ergänzung für "Industrie 4.0". Warum Jungheinrich eine der interessantesten Storys in diesem Segment bietet lesen Sie im aktuellen Anlagermagazin des Börse Stuttgart Anlegerclubs.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX geht leichter ins Wochenende -- US-Börsen schließen kaum verändert -- Trump kritisiert scharf deutschen Handelsbilanzüberschuss -- AIXTRON, GM, Manz, OPEC im Fokus

Chinesen genehmigen E-Auto-Projekt von VW. US-Wirtschaft startet besser ins Jahr als bisher gedacht. Bosch gerät wegen Daimler-Ermittlungen ins Visier der Justiz. Anleger greifen bei XING auf Rekordniveau weiter zu. Teslas Model 3 beschleunigt langsamer als BMW 300i.

Top-Rankings

KW 21: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Jobs mit Zukunft und hohem Gehalt
Hier wird man auch künftig noch gut bezahlt
Berufe die auch eine Rezession überstehen
Welche bieten am meisten Sicherheit?

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Aktien hat Warren Buffett aktuell im Depot
Die Top-Positionen von Warren Buffett (März 2017)
Bestbezahlte Praktikantenstellen
Welches Unternehmen bietet am meisten?
Metropolen der Superreichen
In diesen Städten leben die meisten Milliardäre
Das verdienen die Chefs der Notenbanken
Wie hoch sind ihre Gehälter?
Aktion Frühjahrsputz: Die unsinnigsten Subventionen der Bundesregierung
So werden Steuergelder verschwendet
mehr Top Rankings

Umfrage

Der Bitcoin bleibt auf Rekordkurs und stieg erstmals über 2.000 US-Dollar. Haben Sie auch schon mal Geschäfte mit der Digitalwährung gemacht?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Scout24 AGA12DM8
BMW AG519000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Apple Inc.865985
BASFBASF11
E.ON SEENAG99
Deutsche Telekom AG555750
Allianz840400
Coca-Cola Co.850663
adidas AGA1EWWW
CommerzbankCBK100
Amazon.com Inc.906866
Siemens AG723610