Im zweiten Quartal stieg der um Sondereffekte bereinigte Gewinn dank deutlich reduzierter Kosten im Vergleich zum Vorjahr leicht auf knapp 1,8 Milliarden Pfund (rund 2,3 Mrd Euro). Das ist mehr als von Experten erwartet. Zudem lief das Geschäft im Juli besser als im Vorjahr, wie die Bank am Freitag in London mitteilte. Wegen der weiter hohen Unsicherheit an den Finanzmärkten und der sich abschwächenden Konjunktur sei aber Vorsicht geboten. "Es bleiben weiter herausfordernde Zeiten für Barclays und die gesamte Industrie", sagte der derzeit noch amtierende Verwaltungsratschef Marcus Agius.
Die Zahlen werden aber ohnehin vom Libor-Skandal überschattet. Agius entschuldigte sich für die Vorfälle der vergangenen Wochen. Die Affäre um den möglicherweise manipulierten Libor-Satz war Ende Juni ins Rollen gekommen, als den Briten von der der britischen und der US-amerikanischen Finanzaufsicht sowie vom US-Justizministerium Strafzahlungen in Höhe von 290 Millionen Pfund auferlegt worden waren. Mitarbeiter hatten versucht, den Liborsatz zu beeinflussen - den Zinssatz, zu dem sich Banken untereinander Geld leihen. Anfang Juli musste dann der Vorstandschef Bob Diamond wegen des Libor-Skandals seinen Hut nehmen. Verwaltungsratschef Marcus Agius hat ebenfalls seinen Rückzug angekündigt, bleibt aber vorerst noch an Bord, bis ein Nachfolger gefunden ist. Die Suche nach Nachfolgern für Diamond und ihn selbst laufe auf Hochtouren, sagte Agius am Freitag.
LONDON (dpa-AFX)
Die Berichtssaison der Banken im Überblick:
Platz 18: UniCredit
Die Großbank UniCredit musste im zweiten Quartal 2012 einen deutlichen Gewinnrückgang ausweisen. Die Gesamteinnahmen lagen mit 6,25 Mrd. Euro unter dem Vorjahreswert von 6,45 Mrd. Euro. Angesichts einer deutlich höheren Risikovorsorge im Kreditgeschäft brach der operative Gewinn auf 592 Mio. Euro ein, nach 1,35 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich wies die Bank beim Nettoergebnis einen Rückgang auf 169 Mio. Euro aus, nach 511 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.