27.12.2012 13:34
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Mittelstand blickt "verhalten optimistisch" auf 2013

Optimismus im Mittelstand
Der deutsche Mittelstand sieht nach einer Verbandsumfrage "mit verhaltenem Optimismus" auf seine Geschäftsaktivitäten im Jahr 2013.
"Die große Mehrheit der Mittelständler erwartet eine Stagnation, bewahrt sich aber ihre optimistische Grundhaltung", erklärte der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven.

   Gut 28 Prozent der Klein- und Mittelbetriebe erwarten nach der in Berlin veröffentlichten Umfrage des Verbandes, dass sich ihre Geschäftslage im ersten Halbjahr 2013 verbessern wird, und knapp 53 Prozent rechnen mit einer gleichbleibend guten Lage. Die gegenwärtige Geschäftslage beurteilen demnach 44,8 Prozent als gut und neun Prozent als sehr gut. Die Krise in der Eurozone wirke sich dämpfend auf das Wachstum aus, betonte Ohoven bei einer Pressekonferenz.

   Eine am Vortag veröffentlichte Umfrage bei weiteren Wirtschaftsverbänden hatte ergeben, dass die anhaltende Euro- und Staatsschuldenkrise bei vielen Unternehmen in Deutschland zunehmend zu Verunsicherung führt.

   In der Verbandsumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) gab die Hälfte der befragten Wirtschaftsverbände an, die Stimmung in ihren Mitgliedsunternehmen sei derzeit schlechter als noch zum vergangenen Jahreswechsel. "Zum ersten Mal seit Beginn der globalen Finanzkrise 2008/2009 berichtet kein einziger Wirtschaftsverband von einer Verbesserung der Stimmungslage", konstatierten die Kölner Wirtschaftsforscher.

   Allerdings erwarteten auch in dieser Erhebung nur 11 von 46 Verbänden schlechtere Geschäfte als 2012, und 20 Verbände gingen davon aus, dass ihre Unternehmen die Produktion oder den Umsatz leicht steigern könnten.

   Die Bundesregierung erwartet für 2013 offiziell noch ein Prozent Wirtschaftswachstum. Das Wirtschaftsministerium hat aber bereits erklärt, bei der nächsten Prognose Mitte Januar könnte es "einen Revisionsbedarf nach unten geben".

   Andere Ökonomen haben ihre Vorhersagen für das kommende Jahr längst heruntergeschraubt. So sieht das Kieler Institut für Weltwirtschaft eine "ausgeprägte Konjunkturschwäche" in Deutschland und nur noch 0,3 Prozent Wachstum im Jahr 2013.

   Mittelstandspräsident Ohoven zeigte sich für die Gesamtwirtschaft zuversichtlicher. "Unter der Voraussetzung, dass die Eurokrise nicht noch viel stärker aufflammt und explodiert und damit die reale Wirtschaft beeinträchtigt, rechnen wir mit einem leichten Wachstum bis zu einem Prozent im Jahre 2013", sagte er.

   Allerdings warnte er die Bundesregierung vor "einem Dreh an der Steuerschraube" zu Ungunsten der Wirtschaft und forderte Entlastungen zum Beispiel durch eine Steuerfreistellung im Unternehmen verbleibender Gewinne.

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