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27.02.2013 14:52

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POLITIK: Neuer Präsident Zyperns ernennt Regierung


    NIKOSIA (dpa-AFX) - Nur drei Tage nach der Stichwahl hat der neue zyprische Präsident Nikos Anastasiades am Mittwoch die Zusammensetzung seiner Regierung bekanntgegeben. Sie hat elf Mitglieder. Die beiden wichtigsten Ressorts, das Finanz- und das Außenministerium, werden mit pro-europäischen Politikern besetzt. "Wir haben ein klares Programm, das alle nun in die Tat umsetzen müssen", sagte Anastasiades im zyprischen Fernsehen. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die anderen Partner im Euroland Solidarität mit der pleitebedrohten Inselrepublik zeigen werden. Seine Regierung werde Beweise vorlegen, damit die Anschuldigungen bald vom Tisch seien, in zyprischen Banken werde Schwarzgeld gewaschen, hieß es.

    Oberster Kassenhüter wird der erfahrene Ökonom Michalis Sarris. Neuer Außenminister wird Ioannis Kasoulides, der bereits von 1997 bis 2003 zyprischer Chefdiplomat war. Er hatte damals an den Verhandlungen zum EU-Beitritt seines Landes teilgenommen. Seit 2004 ist er Abgeordneter des Europaparlamentes. 2008 war er Kandidat der Konservativen für das Präsidentenamt.

    Sarris gilt als Architekt des Beitrittes von Zypern in EU (2004) und Euroland (2008). Der 65 Jahre alte Ökonom war Mitglied des Vorstandes der Notenbank Zyperns und zwischen 2005 und 2008 Finanzminister. Er nahm in den vergangenen Monaten an den Verhandlungen Zyperns mit Experten des Internationalen Währungsfonds (IWF), der EU und der Europäischen Zentralbank (EZB) über die nötigen Maßnahmen zur Konsolidierung der zyprischen Finanzen teil. Sarris hatte bis 2004 für die Weltbank gearbeitet. Der neue Ministerrat soll am 1. März antreten.

    Wegen der dramatischen Finanzlage bildete der neue Staatspräsident einen Nationalen Wirtschaftsrat. An dessen Spitze steht der zyprisch-britische Nobelpreisträger Christofer Pissarides. Er hatte 2010 zusammen mit zwei weiteren Ökonomen den Wirtschaftsnobelpreis erhalten. Pissarides und andere zyprische Ökonomen sollen Anatsasiades beraten, wie das Land aus der tiefen Krise herauskommen soll. Zypern hat nach neuesten Regierungsangaben Geld bis Ende Mai.

    Anastasiades hatte die Wahlen am Sonntag in der zweiten Runde mit 57,5 Prozent gewonnen und anschließend erklärt, er wolle die Insel wieder auf europäischen Kurs bringen. Er löst den bisherigen kommunistischen Staatschef Dimitris Christofias ab, der wegen des Scheiterns seiner Finanzpolitik nicht mehr angetreten war./tt/DP/edh

Kommentare zu diesem Artikel

gammelfleisch schrieb:
27.02.2013 15:22:41

Na bitte! Auch hier kann Chef-Eurokratin Merkel weiterhin auf hörige Marionetten setzen. Na mal sehen, was die Russen nun bezügl. der Zypernpleite machen werden...

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