Die Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) musste am Freitag einen Inlandsflug in Japan streichen, weil auf dem Weg zwischen Tokio und Matsuyama ein Cockpit-Fenster gerissen war, wie eine Sprecherin der Gesellschaft sagte. An einer weiteren "Dreamliner"-Maschine am Flughafen Miyazaki wurde ein Leck im Ölsystem entdeckt. Nach Überprüfung des Triebwerks sei die Maschine wieder zum Flug freigegeben worden, werde aber in Tokio erneut überprüft.
Boeings "Dreamliner" macht bereits seit Anfang der Woche mit verschiedenen Zwischenfällen auf sich aufmerksam. Am Montag brach bei einem "Dreamliner" von Japan Airlines in Boston ein Feuer aus. Am Dienstag verlor ein weiteres Exemplar der Gesellschaft am gleichen Flughafen Treibstoff. Am Mittwoch strich Konkurrentin ANA nach einer Störung des Bremscomputers einen Inlandsflug mit dem Boeing-Modell.
Die Pannenserie bei Boeings Vorzeigejet "Dreamliner" ruft die US-Luftfahrtbehörde FAA auf den Plan. Die FAA will eine gründliche Untersuchung der Vorfälle einleiten . Dabei gehe es sowohl um die Konstruktion als auch um die Fertigungsprozesse des Flugzeugs, teilte das US-Verkehrsministerium am Freitag in Washington mit. Verkehrsminister Ray LaHood, FAA-Chef Michael Huerta und der Chef der Boeing-Verkehrsflugzeugsparte, Ray Conner, wollen noch am Freitag weitere Details nennen.
Die neue Untersuchung ergänzt die bereits angelaufenen Ermittlungen nach dem Brand vom Montag. Das Feuer war in der gerade gelandeten Maschine von Japan Airlines ausgebrochen und hatte dort den Batteriebereich beschädigt. Die Passagiere hatten das Flugzeug schon vor dem Brand verlassen. Bereits im vergangenen Monat mussten mehrere "Dreamliner"-Maschinen wegen Problemen mit der Stromversorgung am Boden bleiben. Seit Montag fielen Jets von Japan Airlines und All Nippon Airways (ANA) außerdem mit ausgelaufenem Kerosin und Öl, einer Bremsenstörung und Rissen in einer Cockpit-Scheibe auf./stw/fbr
(dpa/AFX)
Bildquellen: Maxene Huiyu / Shutterstock.com