aktualisiert: 11.09.2012 17:14
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PepsiCo: Auf der Suche nach dem Pep

Pepsi oder Coke?: PepsiCo: Auf der Suche nach dem Pep | Nachricht | finanzen.net
PepsiCo hat Marktanteile an Coca-Cola verloren
Pepsi oder Coke?
Der Brausekonzern hat Marktanteile an Coca-Cola verloren. Warum Anleger jetzt auf ein Ende der Durststrecke setzen sollten.
€uro am Sonntag
von Sven Parplies, Euro am Sonntag

Pepsi oder Coke? Für Investoren gab es zuletzt nur eine Antwort. Und die bringt Indra Nooyi in Bedrängnis. Seit die Inderin vor gut sechs Jahren den Chefposten des Getränkekonzerns PepsiCo übernommen hat, behandeln Anleger die Aktie wie abgestandene Brause. Zwar hat das Pepsi-Papier seit Oktober 2006 eine Jahresrendite von durchschnittlich 4,5 Prozent erzielt, doch Erz­rivale Coca-Cola brachte fast dreimal so viel.

Nooyi hat durchaus erfrischende Visionen: PepsiCo — berühmt für Dinge, die lecker sind und fett machen — soll sich neu erfinden. „Unsere Produkte können zu einem gesünderen Lebensstil beitragen“, erklärte die heute 56-Jährige nach ihrem Aufstieg aus dem Finanzressort an die Konzernspitze. Zuckerhaltige Getränke und Snacks haben auch in USA einen zunehmend schweren Stand. Der Trend zu gesundheitsbewusster Ernährung drückt den Absatz. Der Limonadekonsum in der größten Volkswirtschaft der Welt ist laut Branchendienst Beverage Digest seit dem Rekordwert des Jahres 1998 um 17 Prozent gesunken. Schon früh hat PepsiCo sein Portfolio erweitert: Zu den Marken des Konzerns gehören das Sportgetränk Gatorade und Tropicana-Fruchtsäfte. Aus Sicht der Aktionäre hat Nooyis Vision von einem — zumindest ein wenig — gesünderen Produktportfolio dennoch einen faden Beigeschmack: Es hat bislang nicht funktioniert. In diesem Jahr rechnen Analysten mit einem Gewinnrückgang.

Kritiker werfen der Chefin vor, viel Geld in Produkte investiert zu haben, die der Kunde nicht will. Die Werbekampagnen des Konzerns gelten als langweilig. Hinzu kommen handwerkliche Fehler ­­— der Absatz von Tropicana brach 2009 schlagartig ein, weil Konsumenten die neu designte Verpackung missfiel. Besonders bitter: Die Softdrinks des Konzerns haben kontinuierlich Marktanteile an Coca-Cola verloren (siehe Investor-Info).Geht es nach Analysten, muss Nooyi einen radikalen Schnitt machen. PepsiCo ist — anders als Coca-Cola — kein reiner Getränkekonzern. Knapp die Hälfte des Umsatzes werden mit Snacks wie der Chipsmarke Doritos erwirtschaftet. Würde man den Konzern aufspalten, würde die margenstärkere Snacksparte nach Einschätzung von Analysten deutlich höher bewertet werden, als es derzeit innerhalb des Gesamtkonzerns der Fall ist. In Finanzkreisen kursieren Kursziele, die die Summe der Einzelteile auf bis zu 90 Dollar taxieren — gut 25 Prozent über dem aktuellen Börsenwert.

Nooyi hält nichts von diesen Rechenspielen. Eine Aufspaltung sei nicht im In­teresse der Aktionäre, da beide Sparten zusammen Kostenvorteile nutzen können, etwa beim Einkauf von Rohstoffen. Vor Analysten verteidigte sie ihre Zwischenbilanz, zeigte aber auch Selbstkritik. Umstrukturierungen sollen künftig 1,5 Milliarden Dollar an Kosten sparen und die Effizienz verbessern. Das Portfolio aus weltweit mehr als 400 Marken wird ausgedünnt. Das Marketingbudget steigt um 600 Millionen Dollar — rund 15 Prozent — und soll vor allem die wichtigsten Marken wie Pepsi und Gatorade stärken. Der Börsenwert wird durch Aktienrückkäufe gepuscht.

Der Pepsi-Test für die Chefin kommt im nächsten Jahr. Dann will der Konzern den Gewinn im oberen einstelligen Prozentbereich steigern — ein Ziel, das auch für die Folgejahre gilt. Helfen sollen die inzwischen ­integrierten Zukäufe in Schwellenländern, aber auch neue Produkte. Pepsi Next — eine Version der klassischen Brause, die weniger Kalorien, aber den bewährten Geschmack verspricht — soll nur der Anfang sein. PepsiCo hofft, als Erster einen Zuckerersatz zu entwickeln, der den ursprünglichen Geschmack eines Softdrinks bewahrt.

Die Wall Street sieht die Bemühungen pragmatisch. Entweder geht Nooyis Strategie auf, oder bei Pepsi stehen „drastischere Einschnitte“ an, kalkuliert die Investmentbank Morgan Stanley. Gerüchte, dass Nooyis Tage als Chefin bei PepsiCo gezählt sind, gibt es schon länger. In beiden Fällen wären Aktionäre wohl die Gewinner.

Investor-Info

Der Konzern
Cola & Chips

52 Prozent des Umsatzes erzielt PepsiCo mit Getränken (Beverages), 48 Prozent mit Snacks (Foods). Knabbern ist profitabler. Beispiel USA: Die Snacksparte steuerte im vergangenen Jahr 35 Prozent zum Umsatz bei, aber 51 Prozent zum Gewinn.

Marktanteile
Coke schlägt Pepsi

Coca-Cola ist mit einem Anteil von 48,9 Prozent im vergangenen Jahr klarer Marktführer unter den Brauseherstellern. PepsiCo kam auf 20,1 Prozent. Und: Die Kluft zwischen den Konzernen ist seit dem Jahr 2007 um fast drei Prozentpunkte aufgegangen.

Rendite
Prickelnde Prozente

Über die vergangenen zehn Jahre hat PepsiCo an der Börse den Rivalen Coca-Cola deutlich abgehängt. Der große Vorsprung stammt allerdings aus der ersten Hälfte des Jahrzehnts — seit 2007 hin­gegen hat sich Coca-Cola klar besser entwickelt.

Die Aktie
Am Wendepunkt

2012 soll für PepsiCo ein Jahr des Übergangs sein. Der Konzern rechnet mit einem Gewinnrückgang von fünf Prozent. 2013 sollen die Umstrukturierungen greifen. Analysten erwarten einen Gewinnanstieg von knapp neun Prozent. Wir sehen die Aktie als chancenreiche Spekulation.

Bildquellen: ValeStock / Shutterstock.com

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09.06.2017PepsiCo Market PerformBMO Capital Markets
09.01.2017PepsiCo Equal WeightBarclays Capital
08.07.2016PepsiCo BuyDeutsche Bank AG
08.07.2016PepsiCo BuyUBS AG
19.04.2016PepsiCo BuyUBS AG
09.06.2017PepsiCo Market PerformBMO Capital Markets
08.07.2016PepsiCo BuyDeutsche Bank AG
08.07.2016PepsiCo BuyUBS AG
19.04.2016PepsiCo BuyUBS AG
14.04.2016PepsiCo HoldStifel, Nicolaus & Co., Inc.
09.01.2017PepsiCo Equal WeightBarclays Capital
18.10.2012PepsiCo neutralUBS AG
18.10.2012PepsiCo neutralSarasin Research
27.09.2012PepsiCo neutralUBS AG
26.07.2012PepsiCo neutralCitigroup Corp.
09.07.2009PepsiAmericas underweightBarclays Capital
20.09.2005Update PepsiAmericas Inc.: UnderweightLehman Brothers

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