08.02.2013 16:11
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Commerzbank: Druck auf Blessing wächst

Personelle Konsequenzen?

Laut Commerzbank-Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller sei klar: "Wenn der Vorstand seine Ziele ohne sehr triftige Gründe verfehlt und die erwartete Leistung nicht bringt, muss der Aufsichtsrat handeln."

Commerzbank-Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller hält den Abbau tausender Stellen bei dem DAX-Konzern für alternativlos. "Wir haben in bestimmten Bereichen für unsere Mitarbeiter keine Arbeit mehr und können nicht vernachlässigen, was sich auf dem Markt abspielt", sagte Müller der "Wirtschaftswoche". Die Commerzbank will bis 2016 zwischen 4.000 und 6.000 Vollzeitstellen abbauen. "Es gehört aber zur Kultur der Commerzbank, Stellenabbau sozialverträglich vorzunehmen." Derzeit sind bei er Commerzbank gut 56.000 Mitarbeiter beschäftigt.

"Aus Sicht des Aufsichtsrats ist entscheidend, dass der Vorstand die von ihm selbst gesetzten Ziele bis 2016 erreicht. Die wichtigsten Projekte der Commerzbank sind, das Privatkundengeschäft profitabel zu machen, die starke Stellung bei den Firmenkunden abzusichern und die Rolle des Investmentbankings als internationaler Nischenanbieter auszubauen", sagte Müller.

Auf die Frage, ob sein Nachfolger Martin Blessing angesichts schlechter Geschäftszahlen und eines Aktienkurses auf Rekordtief ein "Vorstandschef auf Bewährung" sei, antwortete Müller: "Die Vokabel "auf Bewährung" passt in diesem Zusammenhang überhaupt nicht. Aber eines ist klar: Wenn der Vorstand seine Ziele ohne sehr triftige Gründe verfehlt und die erwartete Leistung nicht bringt, muss der Aufsichtsrat handeln. Das ist ja ein ganz normaler Vorgang." Die gigantische Kapitalerhöhung von elf Milliarden Euro im Jahr 2011 sei nur möglich gewesen, "weil der Kapitalmarkt Blessing und seinem Team vertraut".

Müller, der seit Mitte Mai 2008 Aufsichtsratschef ist, verteidigte den von ihm miteingefädelten Kauf der Dresdner Bank mitten in der Finanzkrise. "Ich würde die Dresdner Bank heute wieder kaufen, denn die Fusion wird sich im historischen Rückblick als strategisch richtig für die Commerzbank erweisen. Es dauert allerdings länger als gedacht, bis die Übernahme sich voll auszahlt. Zugegeben: Der Zeitpunkt war im Nachhinein unglücklich." Gut zwei Wochen nach dem Ende August 2008 vereinbarten Deal schockte die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers die Finanzwelt, die Commerzbank geriet an den Rand des Zusammenbruchs, der Staat stieg ein./ben/DP/jha

FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: Commerzbank AG

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