15.02.2013 06:21
Bewerten
 (0)

Pferdefleisch-Skandal: EU-Staaten entscheiden über Gentests

    BRÜSSEL/BERLIN (dpa-AFX) - Nach dem Bekanntwerden des Pferdefleisch-Skandals wollen die EU-Staaten am heutigen Freitag in Brüssel über die Einführung von europaweiten Gentests für verarbeitetes Rindfleisch entscheiden. Mit den Tests sollen die Aufsichtsbehörden feststellen, ob es sich bei den Proben um falsch deklariertes Pferdefleisch handelt. Unterdessen geht auch die Suche deutscher Behörden nach falsch deklarierten Fleischprodukten weiter. In zahlreichen Bundesländern wurden bereits tausende Tiefkühlprodukte aus den Regalen genommen.

 

    Die Metro-Tochter Real und die Supermarktkette Edeka haben bereits Fertiggerichten mit Pferdefleisch entdeckt, die eigentlich nur Rind enthalten sollten. Kaiser's Tengelmann rechnet für den heutigen Freitag mit Ergebnissen der eigenen Analysen für die aus dem Verkauf genommene A&P-Tiefkühllasagne.

 

    Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hat die Justizbehörden zu Ermittlungen aufgefordert. Wichtig sei auch, dass alle falsch gekennzeichneten Produkte schnell vom Markt genommen und Proben in den Labors gründlich untersucht werden, auch auf Arzneimittelrückstände, sagte Aigner der "Saarbrücker Zeitung" (Freitag)

 

    In London gab es erste Hinweise auf Rückstände von Medikamenten in Pferdefleisch. Im Zusammenhang mit dem Lebensmittelbetrug wurden in Großbritannien drei Männer festgenommen. Nach Erkenntnissen französischer Ermittler hat der Lebensmittelhändler Spanghero wissentlich tonnenweise als Rind gekennzeichnetes Pferdefleisch vertrieben.

 

    Nach dem Brüssler EU-Beschluss könnten es die ersten 2.500 Gentests im März geben, etwa 200 davon in Deutschland. Ergebnisse sollen EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg zufolge Mitte April veröffentlicht werden.

 

    Um sicherzustellen, dass Verbraucher kein mit Medikamente verseuchtes Fleisch zu sich nehmen, schlägt die EU-Kommission eine weitere Testreihe vor. Dabei sollen die Behörden Pferdefleisch auf mögliche Rückstände des Medikaments Phenylbutazon untersuchen. Das Mittel wird bei Pferden gegen Entzündungen eingesetzt. Es gilt auch als Doping-Mittel im Pferdesport. 1.500 in die EU eingeführte Pferdekadaver sollten untersucht werden, zudem 2.500 in Europa geschlachtete Tiere./tn/DP/jha

 

Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Heute im Fokus

DAX mit schwachem Handelsschluss -- Wall Street im Minus -- Apple-Aktie auf Allzeithoch -- Russland: Notenbank senkt Leitzinsen -- MasterCard, Microsoft, Amazon im Fokus

Ölpreise springen kräftig nach oben - Spekulation über sinkende Produktion. AT&T blättert in US-Frequenzauktion 18,2 Milliarden Dollar hin. US-Telekom-Tochter lässt für Mobilfunklizenzen fast 2 Milliarden Dollar springen. Daimler-Tochter zahlt Millionen wegen Diskriminierung von Mitarbeitern. Schlichtung für Kabinenpersonal der Lufthansa kommt nicht voran. Bundesregierung wohl bereit für neues Griechenland-Hilfspaket. Conti schließt milliardenschwere Veyance-Übernahme ab.

Themen in diesem Artikel

Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Das sind die 5 Finalisten

Hier sollten Sie ihr Geld nicht anlegen!

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Welche Titel entwickelten sich im Jahr 2014 am besten?

Diese Artikel waren auf finanzen.net 2014 am beliebtesten

Hier ist der Schuldenstand besonders hoch

Mit welchen Techniken sparen Weltkonzerne Steuern?

Welche Aktien zählt Warren Buffet zu seinem Portfolio?

mehr Top Rankings

Umfrage

Quo vadis Griechenland? Was kommt nach dem Wahlsieg von Alexis Tsipras?