FRANKFURT/NEUMARKT (dpa-AFX) - Rückschlag für den hoch verschuldeten Holzverarbeiter
Pfleiderer: Die Beschlüsse von einer Gläubigerversammlung im Juni müssen vorerst weiter in der Schublade bleiben - und damit ein Teil des großangelegten Sanierungsplanes. Das oberpfälzische Unternehmen scheiterte am Donnerstag vor dem Landgericht Frankfurt am Main.
Pfleiderer wollte vor Gericht erreichen, dass ein beschlossener Schuldenschnitt umgesetzt werden kann. Ein Sprecher kündigte an, dass das Unternehmen in die nächste Instanz gehen werde. Klagen seien im Zeitplan des Sanierungskonzeptes einkalkuliert. Branchenexperten werten die Entscheidung allerdings als schlechtes Omen.
Anleger einer bestimmten Anleihe hatten auf der Versammlung mit großer Mehrheit beschlossen, dem Unternehmen rund 330 Millionen Euro zu erlassen. Einige Privatanleger fühlten sich dadurch um ihre Rechte betrogen und klagten. Pfleiderer hatte vor Gericht beantragt, die Beschlüsse trotz der Klage umsetzen zu können. Das sei nun abgelehnt worden, sagte Landgerichtssprecher Arne Hasse der Nachrichtenagentur dpa.
Der Prozess um die Klage der Anleger soll im November beginnen. Die Kläger monieren unter anderem, Pfleiderer habe ihnen die nötigen Informationen vorenthalten. "Wir werten die Entscheidung als wichtigen Etappensieg im Kampf gegen die unangemessene Benachteiligung der Anleihegläubiger", teilte Anwalt Peter Dreier in Düsseldorf mit. Das von Pfleiderer betriebene Restrukturierungskonzept gehe einseitig zulasten der Gläubiger.
Vor allem die USA-Expansion hatte den in Neumarkt in der Oberpfalz ansässigen Holzverarbeiter in den Abgrund getrieben. Die Verschuldung des Unternehmens betrug im Sommer etwa das 20-fache des für 2011 erwarteten Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen./cco/DP/wiz