NEUMARKT/MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der hoch verschuldete Holzverarbeiter
Pfleiderer versucht, Zweifel am Sanierungserfolg mit Optimismus zu begegnen. Unter der Annahme, dass die finanzielle Restrukturierung vollständig umgesetzt werde, gehe er für das Gesamtjahr von einem Gewinn vor Steuern aus, sagte der Vorstandsvorsitzende Hans Overdiek am Mittwoch am Unternehmenssitz in Neumarkt. Die Annahme ist jedoch eine theoretische. Aktionäre und Anleihegläubiger haben vor Gerichten gegen ihre faktische Enteignung geklagt. Mit einer letztinstanzlichen Entscheidung wird nicht mehr in diesem Jahr gerechnet. So lange steht aber auch die geplante Schuldenreduzierung von mehr als 700 Millionen Euro aus.
"Die Ergebnisse aus dem ersten Halbjahr stimmen uns gleichwohl positiv", sagte Overdiek, als er mit mehrmonatiger Verspätung die Geschäftszahlen für die Monate Januar bis Juni präsentierte. So sei der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,4 Prozent auf 595,3 Millionen Euro gestiegen. Insbesondere das Geschäft in Ostdeutschland habe zugelegt. Auch im dritten Quartal habe sich der positive Trend fortgesetzt. Das Nordamerika-Geschäft, das verkauft werden soll, ist in dieser Rechnung nicht berücksichtigt.
Das um Restrukturierungskosten für Werkschließungen und Abfindungen bereinigte Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen betrug demnach 54,1 Millionen Euro. Das war ein Plus von 38,3 Prozent. Die Restrukturierungskosten betrugen knapp 10 Millionen Euro. Da zusätzliche Kosten für Zinsen, Rechtsanwaltsgebühren sowie Beraterhonorare anfielen, war das Ergebnis unter dem Strich jedoch negativ. Der Verlust betrug 74,9 Millionen Euro. Die Ergebnisse sind erst vorläufig. Wirtschaftsprüfer können sie erst begutachten, nachdem Anleger und Aktionäre dem Schuldenverzicht zugestimmt haben./fin/DP/kja