DAX6.050-3,4%  Dow12.119-2,2%  Euro1,24320,6% 
ESt502.069-2,4%  Nas2.748-2,8%  Öl98,82-2,8% 
TDax730,9-2,7%  Nikkei8.440-1,2%  Gold1.6264,2% 
Kurse + Charts + RealtimeNews + AnalysenFundamentalUnternehmenzugeh. WertpapiereAktion
Kurs + ChartChart (groß)News + AdhocBilanz/GuVTermineZertifikateDepot
Times + SalesChart-AnalyseAnalysenDividende/HVProfilOptionsscheineWatchlist
BörsenplätzeChartvergleichKurszieleVergleichInsidertradesKnock-outsmyHome
OrderbuchRealtime StuttgartRSS FeedAnalyseim ForumFondsSenden/Drucken
HistorischRealtime PushmyNews neuAusblickIR-DatenAnleihen
handeln

aktualisiert: 31.08.2011 11:27

Senden
PHARMA-KONZERNE

Herzschlagfinale der Pharmariesen

Bayer zu myNews hinzufügen Was ist das?



Hochspannung auf dem Markt für Gerinnungshemmer
Der Markt für Gerinnungshemmer, die Schlaganfälle verhindern helfen, ist 20 Milliarden Dollar schwer. Die Pharmariesen Pfizer und Bayer kämpfen um die Vorherrschaft.

von Sven Parplies, €uro am Sonntag

Bis zu 100 Mal in der Minute schlägt das Herz eines gesunden Menschen. Bei einigen ist der Rhythmus in den Herzvorhöfen gestört. Mit womöglich fatalen Folgen: Es können sich Blutgerinnsel bilden, die über die Hauptschlagader ins Gehirn geschwemmt werden, Arterien verstopfen und einen Schlaganfall auslösen. Knapp eine Million Menschen leiden laut Hochrechnung der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft allein in der Bundesrepublik unter Vorhofflimmern. Nur die Hälfte der Betroffenen nimmt blutverdünnende Medikamente.

Mediziner führen die Nachlässigkeit auf Mängel der verfügbaren Medikamente zurück: „Sie erfordern regelmäßige Kontrollen der Blutgerinnung und eine ständige Dosis­anpassung. Auch kommt es häufig zu Wechselwirkungen mit anderen Arzneien und Nahrungsmitteln“, listet die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft die Probleme auf.

Glaubt man den Pharmakonzernen, wird das Leben für Patienten bald erheblich einfacher. Vier große Allianzen, darunter die Schwer­gewichte Pfizer und Bayer, werben mit neuen Gerinnungshemmern, die ­bessere Wirkung und bequemere Anwendung versprechen. Die Schlag­anfallvorbeugung für Patienten mit Herzflimmern gilt als kommerziell wichtigste Indikation für Gerinnungshemmer, da das Leiden chronisch ist und Patienten das Medikament in den meisten Fällen bis an ihr Lebensende nehmen müssen.

Analysten trauen der neuen Produktgruppe quer durch alle An­wendungsgebiete einen jährlichen Spitzenumsatz von zehn bis 20 Milliarden Dollar zu. Eine Geldspritze, die die Konzerne dringend brauchen. Denn in den kommenden Jahren läuft der Patentschutz wichtiger Medikamente aus, die dann schnell Marktanteile an billigere Nachahmer verlieren. Bis 2016, schätzt der Branchendienst EvaluatePharma, drohen 20 Prozent des gesamten Umsatzes der Pharmabranche über die sogenannte Patentklippe zu stürzen.


Hier gehts zum aktuellen Heft

Die größten Chancen unter den neuen Gerinnungshemmern sehen Branchenexperten derzeit für das Produkt, das Pfizer mit seinem europäischen Verbündeten Bristol-Myers Squibb entwickelt. Die Konzerne haben am Wochenende auf einem Kardiologenkongress in Paris die detaillierten Ergebnisse der dritten und damit letzten klinischen Entwicklungsstufe ihres Medikaments Apixaban vorgelegt. Die bereits vorab veröffentlichten Daten haben an der Börse bereits Wirkung gezeigt. Nach Veröffentlichung legte der Aktienkurs von Pfizer um zwei Prozent zu, bei Bristol-Myers sogar um sechs Prozent. Die bisher bekannten Ergebnisse zeigen, dass Apixaban besser und ­sicherer ist als das mehr als ein halbes Jahrhundert alte Standard­medikament Warfarin.

In Paris erwarten Analysten jetzt Informationen, wie groß der Vorteil genau ist. Es gehe darum, wer Klassenbester sei, beschreibt das Analyse­haus Morningstar die Bedeutung der Präsentation. Die Analysten der britischen Bank Barclays spekulieren bereits, dass Pfizer und Bristol-­Myers die Hälfte des Markts bei Vorhofflimmern besetzen werden.

Noch aber ist nichts entschieden. Die Entwicklung eines Medikaments gleicht einem Abenteuer. Durchschnittlich mehr als zehn Jahre dauert es von der Identifikation eines Wirkstoffs bis zum zugelassenen Medikament. Die meisten Projekte scheitern schon in der Frühphase. Selbst nach der Zulassung kann es zu Komplikationen kommen. Bei ­Gerinnungshemmern besteht etwa die Gefahr, dass die Wirkung zu stark ist und Patienten im Extremfall innerlich verbluten.

Die Unwägbarkeiten neuer Medikamente machen derzeit Boehringer Ingelheim zu schaffen. Das nicht börsennotierte Familienunternehmen hat als Erster bereits eine Alternative zu Warfarin auf dem Markt. In Japan muss Boehringer jetzt zum Rapport bei der Gesundheitsbehörde antreten. In 81 Fällen sei es bei älteren Patienten, die das Medikament eingenommen hatten, zu schweren Blutungen gekommen, fünf seien gestorben. Ein Zusammenhang ist nicht ­erwiesen, könne aber auch nicht ­aus­ge­schlos­sen werden. Boehringer muss jetzt entsprechende Warnhinweise geben. Dem Unternehmen sei daran gelegen, dass das Präparat richtig angewendet werde, heißt es bei Boehringer.

Als härtester Wettbewerber für Pfizer und Bristol-Myers gilt Bayer. Die Leverkusener haben in Allianz mit dem US-Konzern Johnson & Johnson das Medikament Xarelto entwickelt. Bei Bayer taxiert man das wirtschaftliche Potenzial auf mehr als zwei Milliarden Euro. Optimistische Schätzungen unter Analysten hatten zwischenzeitlich sogar bis zu acht Milliarden Euro als jährlichen Spitzenumsatz aufgerufen. Nach den positiven Daten zum Konkurrenten Apixaban sind Börsenprofis vorsichtiger geworden. Die Deutsche Bank etwa kürzte ihre Prognose von vier auf 2,8 Milliarden Euro.

Das Problem für Bayer: Während Apixaban dem bisherigen Standard Warfarin überlegen ist, wurde Xarelto bisher lediglich bescheinigt, in der Wirkung nicht unterlegen zu sein. Das wird im Markt als Handicap gewertet, aber nicht als Knockout. Denn auch Xarelto hat Vorzüge. So muss Bayers Tablette nur einmal täglich eingenommen werden, Apixaban zweimal. Hinzu kommt der Zeitfaktor: Bayer erwartet noch in diesem Jahr die Zulassung für die USA und Europa und hätte damit ­einen Vorsprung von mindestens sechs Monaten auf den Hauptkonkurrenten.

Womöglich aber könnte ein weiteres Unternehmen alle bishergen Hochrechnungen durcheinanderwirbeln. Der japanische Pharmakonzern Daiichi Sankyo wird erst im kommenden Jahr die dritte, also finale Phase der klinischen Erprobung in den Indikationen Vorhofflimmern und Venenthrombose abschließen. Europa-Chef Reinhard Bauer ist dennoch schon jetzt in Angriffslaune: „Ein früher Markteintritt ist ein ­Vorteil, entscheidend aber ist das Produktprofil, also Wirksamkeit, Nebenwirkungen, Einnahmebequemlichkeit. Wir erwarten, dass wir da die Nase vorn haben werden.“

Investor-Info

Bayer
Reif für eine Trendwende
Xarelto ist eines der wichtigsten Projekte der Pharma­sparte. Positive Nachrichten zum Hauptkonkurrenten dürften den Kurs belasten. Die ab September erwartete Zulassung von Xarelto für den Einsatz bei Vorhofflimmern dürfte die Aufmerksamkeit wieder auf die Stärken des Bayer-Medikaments lenken. Nach der im Vergleich zur Konkurrenz zuletzt schwachen Kurs­entwicklung wäre ein weiterer Rücksetzer eine Einstiegsgelegenheit.

Die Konkurrenten
Patentverluste belasten
Pfizer und Bristol-Myers Sqibb besitzen mit Lipitor bzw. Plavix die umsatzstärksten Medikamente der Welt, verlieren aber bald den Patentschutz. Analysten sehen die Aussichten mit Verweis auf die relativ gut gefüllte Pipeline inzwischen positiver. Beides sind Haltepositionen. Die Marktreife des Gerinnungshemmers von Daiichi ­Sankyo liegt noch zu weit in der Zukunft. Zudem ist der Handelsumsatz der Aktie in Deutschland sehr gering.

Weitere Links:

Kommentare zu diesem Artikel

WalkerTXRanger schrieb:
Wertung: 1/5

31.08.2011 14:23:56

Etwas merkwürdig finde ich, dass das Mittel von Boehringer nur am Rande erwähnt wird, obwohl es als einziges bereits in mehreren Ländern zugelassen ist. Ärzte wechseln nur ungern das Medikament, wenn es nicht ein deutlich besseres gibt. Daher kommt dem Ztpkt der Zulassung entscheidende Bedeutung zu.

 Kommentar hinzufügen 
  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Sprache:
  • Alle
  • DE
  • EN
  • Sortieren:
  • Datum
  • meistgelesen
Keine Nachrichten im Zeitraum eines Jahres in dieser Kategorie verfügbar.
Eventuell finden Sie Nachrichten, die älter als ein Jahr sind, im Archiv
Keine Nachrichten im Zeitraum eines Jahres in dieser Kategorie verfügbar.
Eventuell finden Sie Nachrichten, die älter als ein Jahr sind, im Archiv
Keine Nachrichten im Zeitraum eines Jahres in dieser Kategorie verfügbar.
Eventuell finden Sie Nachrichten, die älter als ein Jahr sind, im Archiv
DAX stürzt über 3 Prozent ab -- US-Arbeitsmarkt enttäuscht -- US-Börsen schließen deutlich im Minus -- Aus für Schlecker -- Apple, EADS, VW im Fokus
GM will sich von Pensionsverpflichtungen befreien. Euro zieht im US-Handel kräftigt an. US-Amerikaner kaufen Neuwagen - Deutsche Autobauer profitieren. Abstimmung bei Facebook über Nutzungsbedingungen. Daimler - US-Absatz steigt im Mai um 24,4 Prozent. Google wirft Nokia und Microsoft Patent-Absprachen vor. » mehr
21.05.12
Fondsmanager Leber: Sind wir die Verrückten? (finanzen.net)
25.05.12
Updates zu Bayer, BMW, Commerzbank, RWE, SAP und Siemens (dpa-afx)
29.05.12
Tipps der Analysten: Updates zu Sky Deutschland, Deutsche Telekom und SAP (dpa-afx)
05.05.12
DAX: Autowerte glänzen im ersten Quartal (finanzen.net)
21.05.12
Börse Frankfurt am Mittag: Aktien deutlich erholt, Commerzbank führen im DAX (Aktiencheck)
21.05.12
Börse Frankfurt Schluss: Freundlich, Commerzbank führen DAX an (Aktiencheck)
24.05.12
Börse Frankfurt Schluss: Leichte Zugewinne, Deutsche Post gesucht (Aktiencheck)
30.05.12
Börse Frankfurt Schluss: Deutliche Abschläge, ThyssenKrupp unter Druck (Aktiencheck)
DAX stürzt über 3 Prozent ab -- US-Arbeitsmarkt enttäuscht -- US-Börsen schließen deutlich im Minus -- Aus für Schlecker -- Apple, EADS, VW im Fokus
GM will sich von Pensionsverpflichtungen befreien. Euro zieht im US-Handel kräftigt an. US-Amerikaner kaufen Neuwagen - Deutsche Autobauer profitieren. Abstimmung bei Facebook über Nutzungsbedingungen. Daimler - US-Absatz steigt im Mai um 24,4 Prozent. Google wirft Nokia und Microsoft Patent-Absprachen vor. » mehr
21.05.12
Fondsmanager Leber: Sind wir die Verrückten? (finanzen.net)
25.05.12
Updates zu Bayer, BMW, Commerzbank, RWE, SAP und Siemens (dpa-afx)
29.05.12
Tipps der Analysten: Updates zu Sky Deutschland, Deutsche Telekom und SAP (dpa-afx)
05.05.12
DAX: Autowerte glänzen im ersten Quartal (finanzen.net)
21.05.12
Börse Frankfurt am Mittag: Aktien deutlich erholt, Commerzbank führen im DAX (Aktiencheck)
21.05.12
Börse Frankfurt Schluss: Freundlich, Commerzbank führen DAX an (Aktiencheck)
24.05.12
Börse Frankfurt Schluss: Leichte Zugewinne, Deutsche Post gesucht (Aktiencheck)
30.05.12
Börse Frankfurt Schluss: Deutliche Abschläge, ThyssenKrupp unter Druck (Aktiencheck)
Keine Nachrichten im Zeitraum eines Monats in dieser Kategorie verfügbar
Keine Nachrichten im Zeitraum eines Monats in dieser Kategorie verfügbar
Keine Nachrichten im Zeitraum eines Monats in dieser Kategorie verfügbar
Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen
Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen
vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Bayer zu myNews hinzufügen Was ist das?
  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
29.05.12Bayer outperformSanford C. Bernstein and Co., Inc.
25.05.12Bayer buySarasin Research
25.05.12Bayer holdSociété Générale Group S.A. (SG)
24.05.12Bayer kaufenIndependent Research GmbH
22.05.12Bayer overweightMorgan Stanley
29.05.12Bayer outperformSanford C. Bernstein and Co., Inc.
25.05.12Bayer buySarasin Research
24.05.12Bayer kaufenIndependent Research GmbH
22.05.12Bayer overweightMorgan Stanley
02.05.12Bayer buyCitigroup Corp.
25.05.12Bayer holdSociété Générale Group S.A. (SG)
10.05.12Bayer holdSociété Générale Group S.A. (SG)
02.05.12Bayer neutralExane-BNP Paribas SA
30.04.12Bayer neutralWestLB AG
30.04.12Bayer neutralJ.P. Morgan Cazenove
28.10.10Bayer reduceSEB AG
02.06.10Bayer "underweight"Morgan Stanley
11.03.10Bayer "underperform"Cheuvreux SA
01.03.10Bayer verkaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
06.11.09Bayer reduceSEB AG
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Bayer nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

AKTIEN IN DIESEM ARTIKEL

Bayer48,92
-4,22%
Bayer Jahreschart
Bristol-Myers Squibb Co.26,79
-0,71%
Bristol-Myers Squibb Jahreschart
DAIICHI SANKYO CO LTDShs12,82
1,20%
DAIICHI SANKYO Jahreschart
Pfizer Inc.17,46
-1,92%
Pfizer Jahreschart

ANZEIGE

ANZEIGE

Was halten Sie von nutzergenerierten Chartanalysen auf finanzen.net?
Ich würde liebend gerne mein Wissen über Chartanalyse dem Publikum von finanzen.net zur Verfügung stellen.
Ich kenne mich bei Chartanalyse nicht so gut aus, halte nutzergenerierte Chartanalysen aber für einen echten Mehrwert.
Ich halte nichts von den Methoden der Chartanalyse und habe deshalb auch kein Interesse an nutzergenerierten Analysen.
 Abstimmen