09.01.2013 20:50
Bewerten
 (0)

Pionier der 'Public-Choice'-Theorie James Buchanan gestorben

    FAIRFAX (dpa-AFX) - Der Wirtschaftsnobelpreisträger James Buchanan ist tot. Der Pionier der "Public-Choice"-Theorie starb einem Vertreter der George Mason Universität in Fairfax (Virginia) zufolge an diesem Mittwoch. Buchanan, am 2.Oktober 1919 in Tennessee geboren, wurde 93 Jahre alt. Er bekam den Nobelpreis 1986 für seine Beiträge zur Theorie der politischen Beschlüsse und der öffentlichen Wirtschaft. In der Begründung der Schwedischen Akademie der Wissenschaften wurde das fast 40jährige Wirken des Preisträgers hervorgehoben, der "allmählich die Grundlagen der ökonomischen und politischen Beschlußfassung entwickelt hat und damit der führende Forscher auf dem häufig sogenannten Public-Choice-Gebiet geworden ist".

 

    In der herkömmlichen Wirtschaftstheorie habe im wesentlichen Maße eine selbständige Theorie für den Staat und für die politischen Entscheidungsprozesse gefehlt. Die stabilitätspolitische Theorie, unabhängig davon, ob diese keynesianische oder monetäre Vorzeichen hatte, sei weitgehend davon ausgegangen, dass die politischen Instanzen bestimmte gegebene makro-ökonomische oder sozialökonomische Ziele in Bezug auf Beschäftigung, Inflation oder Wachstumstempo zu erreichen suchten, hieß es in der Würdigung. Buchanan und andere mit ihm aus der Public-Choice-Schule hätten diese vereinfachte Einstellung zum politischen Leben nicht akzeptiert, sondern stattdessen versucht, Erklärungen des politischen Entscheidungsprozesses zu finden, die denen ähnlich seien, die bei der Analyse des ökonomischen Verhaltens verwendet würden.

 

    "Dieselben Leute, die auf den Märkten eigennützig auftreten, können im politischen Leben kaum uneigennützig werden." Dies führe zu Analysen, die darauf deuteten, dass politische Parteien oder Verwaltungen, die im Eigeninteresse handeln, in erster Linie danach strebten, so viele Stimmen wie möglich zu gewinnen, um dadurch Machtpositionen zu erlangen oder eine möglichst große Zuteilung aus dem Staatshaushalt zu bekommen./he/bj/tih

 

Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Bayer: Monsanto-Deal würde ein neues Burg­graben-Unter­nehmen ergeben!
Mit der Übernahme des US-Saatgutspezialisten Monsanto will Bayer im Agrarchemie-Geschäft den großen Wurf landen und zur weltweiten Nummer Eins aufsteigen. Der strategisch sinnvolle Megadeal ist allerdings mit großen Unsicherheiten behaftet. Lesen Sie in der neuen Ausgabe des Anleger­magazins, warum der Life-Science-Konzern dennoch einen näheren Blick wert ist.

Heute im Fokus

DAX kaum bewegt -- LEONI streicht 1.100 Arbeitsplätze -- IWF korrigiert erneut Wachstumsprognose für Deutschland -- Monsanto verlangt wohl deutlich mehr von Bayer -- Deutsche Bank im Fokus

JPMorgan: Schottland ist bis 2019 unabhängig und hat eine eigene Währung. ProSiebenSat.1 bekräftigt Wachstumsziele trotz Brexit-Risiken. BMW arbeitet mit Partnern am selbstfahrenden Auto. Beschäftigung in Deutschland erreicht neuen Höchststand. Corporate-Bond-Markt zeigt sich von Brexit unbeeindruckt.
So hoch sind die Bundesländer verschuldet
Welches ist das wertvollste Team?
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Welche Marke ist die teuerste?
Volatilität in Schwellenländern
Das haben die Dax-Vorstände 2015 verdient
Welches Land gewann am häufigsten die europäische Fußballkrone?
Welches Land schnitt bei den Weltmeisterschaften am besten ab?
mehr Top Rankings

Umfrage

Nach dem Brexit-Votum der Briten werden in Europa Stimmen laut, die auch in anderen EU-Ländern Referenden über die Zugehörigkeit zur EU fordern. Sehen Sie unsere Zukunft in der EU?