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29.10.2011 14:25

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KOLUMNE
PLATOW-KOLUMNE

Die Schuldenschnitt-Hausse schafft Fakten


5,3% Kursplus im DAX an einem Handelstag, drei Titel mit mehr als 10% Aufschlag – das gibt es in einem wichtigen Leitindex auch nicht alle Tage.

Geradezu überschwänglich feierten die Anleger am Donnerstag die Ergebnisse des EU-Gipfels. Aber ist Europa durch den Schuldenschnitt in Griechenland wirklich gerettet?

Zweifel sind angebracht. Positiv ist, dass Europas Spitzenpolitiker signalisiert haben, dass sie doch noch handlungsfähig und gewillt sind, die Schuldenproblematik anzugehen. Das schafft Vertrauen und beruhigt die Märkte. Doch bleiben viele Fragen offen. Wie genau soll die Hebelung des Rettungsfonds EFSF funktionieren? Finden sich überhaupt genügend Abnehmer für die teilversicherten neuen Staatsanleihen? Und welche Rolle soll die Europäische Zentralbank spielen?

Den Anlegern waren derlei Details erst einmal egal. Die Erleichterung, dass zumindest auf einer der vielen Baustellen in der Euro-Zone gearbeitet wird, überwog. Wir halten die Kurseuphorie zwar für übertrieben, doch wurden mit ihr zweifelsfrei charttechnische Fakten geschaffen: Der DAX hat sich durch die Hausse ein gutes Stück von der 6000er-Marke abgesetzt und dabei auch ein Verlaufshoch aus dem August überwunden. Erfreulicherweise stimmten im Gegensatz zu früheren Zwischenrallys diesmal auch die Handelsumsätze.

Mittelfristig werten wir das Chartbild des DAX nun positiv. Die großflächige Bodenbildungsformation zwischen 5000 und 6000 Punkten wurde mit dem Ausbruch abgeschlossen. Das bedeutet zwar nicht, dass die Aktienkurse nun wie am Schnürchen gezogen nach oben klettern. Positiv stimmt aber, dass die Weltleitbörsen in den USA in Sachen Bodenbildung schon weiter sind. So hat der S&P 500 am Donnerstag seine 200-Tage-Linie überschritten. Wir bleiben daher für die nächsten Wochen moderat optimistisch und im PLATOW-Depot zu mindestens zwei Dritteln in Aktien investiert.

Christoph Frank leitet die Redaktion der „PLATOW Börse“ und die Beratung des von der Deutschen Bank aufgelegten DB Platinum III Platow Fonds. Die „PLATOW Börse“ erscheint 2-mal pro Woche. Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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