25.03.2013 14:51
Bewerten
 (23)

Russland verurteilt Zypern-Deal scharf - Putin ordnet doch Hilfe an

Plünderung?
Der russische Ministerpräsident Medwedew hat die geplante Zwangsabgabe auf Bankkonten in Zypern scharf verurteilt und Putin will nun doch einen Beitrag zur Rettung des EU-Krisenstaates Zypern leisten.
Er bezeichnete die Ergebnisse der Verhandlungen als "Plünderung" und warnte vor Nachwirkungen für die globale Finanzwirtschaft. Medwedew kündigte an, die Zypern-Rettung genau zu prüfen. Präsident Wladimir Putin hat sich bisher noch nicht zum Ausgang des nächtlichen Verhandlungsmarathons geäußert.

   Weil Zypern für den geforderten Eigenbeitrag wohlhabende Kontobesitzer heranziehen will, könnten vor allem reiche Russen betroffen sein, die viel Geld auf der Insel deponiert haben. So werden sowohl für die Abwicklung der Laiki-Bank als auch für die Sanierung der Bank of Cyprus Guthaben von über 100.000 Euro belastet.

   Vize-Ministerpräsident Igor Shuwalov sagte der russischen Nachrichtenagentur Interfax, der Verlust für russische Investoren könne noch nicht genau beziffert werden. "Gegenwärtig haben wir keine exakten Daten über die Verluste russischer Investoren." Die zyprische Tochter der russischen VTB-Bank werde aber nicht unter den Krisenmaßnahmen leiden. Nach Schätzungen der Ratingagentur Moody's lagern auf Konten in Zypern rund 24 Milliarden Euro an russischem Vermögen.

 Russland will unterdessen nun doch einen Beitrag zur Rettung des EU-Krisenstaates Zypern leisten. Kremlchef Wladimir Putin habe die Regierung angewiesen, die Bemühungen der Eurogruppe zu unterstützen. Das sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow am Montag nach Angaben der Agentur Interfax.

Dabei geht es um die "Umstrukturierung" des 2011 ausgezahlten Kredits von 2,5 Milliarden Euro. Zypern hatte beantragt, die Rückzahlung von viereinhalb auf fünf Jahre zu strecken sowie den Zinssatz von 4,5 Prozent zu senken. In der vergangenen Woche hatte Russland eigene Hilfen von einer vorherigen Einigung auf eine Rettung innerhalb der EU abhängig gemacht.

"Präsident Putin hält es für möglich, die Anstrengungen des zyprischen Präsidenten und auch der EU-Kommission zu unterstützen", sagte Peskow. Ziel müsse sein, die Krise in der Wirtschaft und im Bankensystem des Inselstaates zu überwinden.

  Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com   DJG/DJN/chg/hab Dow Jones Newswires Von Lukas I. Alpert und Olga Razumovskaya MOSKAU

Bildquellen: Anton Gvozdikov / Shutterstock.com
Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Anzeige

Heute im Fokus

DAX geht schwächer ins Wochenende -- MorphoSys-Aktie und Roche-Aktie fallen kräftig -- US-Börsen in der Gewinnzone -- GfK-Konsumklima auf höchstem Stand seit acht Jahren

BayernLB verklagt Ecclestone. Euro gibt leicht nach. Studio Babelsberg erwartet für 2014 Millionenverlust. Sartorius verkauft Sparte. Ölpreise deutlich gestiegen. Verdi ruft an vier Amazon-Standorten zu Streiks bis Heiligabend auf. Allianz stimmt Vergleich nach Amoklauf von Winnenden zu. Facebook will mehr über Datenschutz informieren.
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Welche Unternehmen sind am attraktivsten für Informatiker?

Diese Flughäfen werden hoch frequentiert

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

So viel erhalten die Deutschen

Aktien-Profiteure der Cannabis-Legalisierung in den USA

Mit welchen Techniken sparen Weltkonzerne Steuern?

Welche sind die reichsten Amerikaner unter 40 Jahren?

Wenn Zukunft Gegenwart wird

mehr Top Rankings

Umfrage

Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich mit Haut und Haar für das Freihandelsabkommen mit den USA stark machen. Was halten Sie von TTIP?