09.03.2013 10:07
Bewerten
 (0)

Fitch stuft Italien ab - Wahlpatt erhöht Unsicherheit

Politik nach Wahl blockiert: Fitch stuft Italien ab - Wahlpatt erhöht Unsicherheit | Nachricht | finanzen.net
Fitch stuft Italien ab - Wahlpatt erhöht Unsicherheit
Politik nach Wahl blockiert

Nach dem unklaren Wahlausgang in Italien hat die Ratingagentur Fitch die Bonitätsnote von Italien um eine Stufe gesenkt.

Die Kreditwürdigkeit werde jetzt nur noch mit "BBB+" bewertet, teilte Fitch am Freitag in London mit. Zuvor war Italien noch mit "A-" bewertet worden. Zudem droht Fitch der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone eine weitere Herabstufung an. Der Ausblick für das Rating ist "negativ". Die aktuelle Note liegt nur noch drei Stufen über dem sogenannten Ramschniveau.

    Das war die erste Abwertung der Bonität des Euro-Krisenlandes seit den Parlamentswahlen, die wegen des Patts für Unsicherheit an den Märkten gesorgt hatten. Konkurrent Standard & Poor's bewertet Italien wie Fitch mit "BBB+" - Moody's eine Note schlechter mit "Baa2".

BILDUNG EINER STABILEN REGIERUNG UNWAHRSCHEINLICH

    Das Ergebnis der Parlamentswahlen am 24. und 25. Februar mache die Bildung einer stabilen Regierung in den nächsten Wochen unwahrscheinlich, begründete Fitch die Herabstufung. Die Ratingagentur spricht von einer gestiegenen politische Unsicherheit und einem schwierigeren Umfeld für weitere strukturellen Reformen. Dies stelle einen "Schock" für die Realwirtschaft dar, die sich bereits in einer tiefen Rezession befinde. Eine schwache Regierung dürfte laut Fitch nur langsam und weniger entschlossen auf externe Schocks reagieren.

    Nach den Wahlen hat keines der politischen Lager eine Mehrheit in beiden Parlamentskammern. Im Abgeordnetenhaus hat das Mitte-Links-Lager von Pier Luigi Bersani eine absolute Mehrheit der Abgeordneten. Doch im Senat ist Bersani auf Koalitionspartner angewiesen. Eine Zusammenarbeit mit dem konservativen Wahlbündnis unter dem früheren Regierungschef Silvio  Berlusconi lehnt Bersani ab. Er bemüht sich bisher vergeblich um eine Zusammenarbeit mit der Anti-Establishment-Bewegung des Komikers Beppe Grillo. Eine Lösung ist nicht in Sicht. Jetzt drohen Neuwahlen.

SCHWERE REZESSION IN ITALIEN

    Die Rezession in Italien sei bereits eine der schwersten in Europa, schreibt Fitch in seinem Kommentar weiter. Der unerwartete Rückgang der Beschäftigung als auch anhaltend schwache Konjunkturindikatoren sprächen für ein gestiegenes Risiko einer noch schärferen und länger andauernden Rezession. Laut Fitch dürfte die italienische Wirtschaft im Jahr 2013 um 1,8 Prozent schrumpfen. Im Jahr 2012 war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) noch um 2,4 Prozent gefallen.

    Ficht erwartet bei der Fortführung der aktuellen Finanzpolitik, dass der Schuldenstand im Jahr 2013 mit 130 Prozent des BIPs seinen Höhepunkt erreichen wird. Bisher hatte Fitch lediglich mit einem Höchstwert von 125 Prozent des BIPs im Jahr 2012 gerechnet. Der Eurokurs und der italienische Anleihemarkt reagierten kaum auf die Entscheidung./jsl/zb  

LONDON/ROM (dpa-AFX) -

Bildquellen: Claudio Divizia / Shutterstock.com, Stefano Tiraboschi / Shutterstock.com
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Technologieaktien: Drei Möglichkeiten, um vom Trend "Digitale Fabrik" zu profitieren!
Die vierte industrielle Revolution ist im vollen Gange und verändert, vom Großteil der Gesellschaft völlig unbemerkt, bereits die Produktionsabläufe in den großen, industriellen Hallen. Wir zeigen Ihnen in der aktuellen Ausgabe des Anlegermagazins drei Möglichkeiten, wie Sie in den kommenden Monaten und Jahren von dem Zukunftstrend "Digitale Fabrik" profitieren können.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX kaum bewegt -- Dow vor Amtseinführung Trumps im Plus -- IBM erneut mit weniger Umsatz -- Postbank sieht Chancen auf IPO -- Yellen sieht US-Geldpolitik auf Kurs

Buffett-Investment BYD träumt vom Gigaerfolg in den USA. AIG schlägt Milliardenrisiken an Berkshire Hathaway los. Deutsche Top-Manager warnen Trump vor Strafzöllen und Abschottung. American Express verdient deutlich weniger. Chinas Wachstum fällt auf niedrigsten Stand seit 1990. Winterkorn bleibt dabei: Von Betrug bei VW nichts gewusst.
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Jetzt durchklicken
Diese 10 Automobil Neuheiten gibt es bei der Detroit Auto Show 2017
Jetzt durchklicken
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Jetzt durchklicken

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die Millionen-Dollar-URLs
Jetzt durchklicken
Welche Commodities entwickelten sich 2016 am stärksten?
Jetzt durchklicken
Mit diesem Studium wird man CEO im Dow Jones
Jetzt durchklicken
Das verdienen YouTube-Stars mit Videos
Jetzt durchklicken
So reich sind die Minister aus Donald Trumps Kabinett
Jetzt durchklicken
mehr Top Rankings

Umfrage

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat die Nato als obsolet bezeichnet. Halten Sie das Militärbündnis ebenfalls für überflüssig?
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Commerzbank CBK100
Deutsche Bank AG 514000
Volkswagen AG Vz. (VW AG) 766403
Daimler AG 710000
BASF BASF11
Bayer BAY001
E.ON SE ENAG99
Apple Inc. 865985
Nordex AG A0D655
Deutsche Telekom AG 555750
Allianz 840400
Deutsche Lufthansa AG 823212
Siemens AG 723610
Tesla A1CX3T
K+S AG KSAG88