Hamburg/Lübeck (dap/lno) - Die Lübecker Possehl-Gruppe hat ein Kaufangebot für den Rollenoffsetdruck des insolventen Druckmaschinenkonzerns Manroland abgegeben. Das teilte die L. Possehl & Co. mbH am Dienstag in Lübeck mit. Das Unternehmen stehe in Vertragsverhandlungen mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter Werner Schneider. Possehl plant, das Rollenoffset-Geschäft als eigenständigen Bereich zu führen. Ein Großteil der Mitarbeiter am Manroland-Standort Augsburg soll übernommen werden. Der weitere Standort in Plauen (Sachsen) solle durch eine längerfristige Lieferbeziehung gestützt werden. Eine spätere Beteiligung werde in Erwägung gezogen, teilte Possehl mit.
Die für die Fortführung des operativen Geschäfts notwendige Kreditzusage über einen Betrag im mittleren zweistelligen Millionenbereich werde voraussichtlich durch ein Bankenkonsortium unter der Führung der Deutschen Bank bereitgestellt. Possehl will die Übernahme möglichst bis Ende Januar abschließen.
Die Possehl-Gruppe ist ein Konzern mit neun unabhängigen Geschäftsbereichen. Sie erzielte 2011 einen vorläufigen Umsatz von rund 2,5 Milliarden Euro. Weltweit werden rund 9300 Mitarbeiter beschäftigt, die Hälfte davon in Deutschland. Bei Manroland in Augsburg arbeiten nach Unternehmensangaben noch knapp 2200 Menschen, in Plauen 680. Der Druckmaschinenhersteller Manroland hat wie die gesamte Branche den Internetboom zu spüren bekommen und musste Ende November Insolvenz anmelden./akp/DP/kja