HAMBURG (dpa-AFX) - Der Vorstand der angeschlagenen Baumarktkette
Praktiker hat die Aktionäre mit drastischen Worten zur Zustimmung zum Rettungspaket gedrängt. Lehnten sie den geplanten Sanierungskurs ab, sehe er keine Alternative, sagte Finanzvorstand Markus Schürholz am Mittwoch bei der Hauptversammlung in Hamburg. "Praktiker wäre in diesem Fall unmittelbar von der Insolvenz bedroht. Der Wert der
Aktie würde wohl gegen Null sinken." Auch Vorstandschef Kay Hafner hatte immer wieder betont, die Zustimmung der Aktionäre für eine kräftige Kapitalspritze sei "alternativlos".
Die beiden Großaktionäre sehen das Unternehmen hingegen nicht in seiner Existenz bedroht. "Es wird totgeredet. Das nervt mich", sagte die österreichische Fondsmanagerin Isabella de Krassny der Nachrichtenagentur dpa am Rande der Hauptversammlung. Sie vertritt den zypriotischen Finanzfonds Maseltov mit 10 Prozent Anteil sowie die österreichische Privatbank Semper Constantia mit rund 5,0 Prozent Anteil.
Praktiker sei nicht insolvenzgefährdet, sagte die Managerin. Nach ihren Angaben gibt es ihrerseits einen Gegenvorschlag. Sie war sich aber noch nicht sicher, ob sie ihn einbringt. Sie wolle den aktuell präsentierten US-Investor Anchorage Capital Europe, der für ein Darlehen über 85 Millionen Euro aber zuvor eine Kapitalerhöhung verlangt, nicht "vergrätzen". Auch ihr Abstimmungsverhalten ließ die Fondsmanagerin offen./ran/DP/she